18 March 2026, 08:17

500-Milliarden-Sonderfonds: Wurde das Geld für Haushaltslücken zweckentfremdet?

Deutsches Auslandsdarlehen von 1924 mit einer Frauendarstellung, bedruckt mit Text und numerischer Bezeichnung.

Grüne werfen Union und SPD vor, Versprechen zur Verfassungsänderung für Sondervermögen zu brechen - 500-Milliarden-Sonderfonds: Wurde das Geld für Haushaltslücken zweckentfremdet?

Ein politischer Streit ist über den Umgang Deutschlands mit einem 500-Milliarden-Euro-Sonderfonds für Infrastruktur entbrannt. Die Grünen werfen CDU/CSU und SPD vor, ihre Zusagen zu den Schuldenregeln gebrochen zu haben, während eine unabhängige Studie ergab, dass der Großteil des geliehenen Geldes nicht in neue Investitionen floss. Kritiker fragen nun, ob der Fonds zweckentfremdet wurde, um Haushaltslücken zu stopfen – statt Straßen, Schulen und Klimaprojekte zu modernisieren.

Im Mittelpunkt des Streits steht eine Verfassungsänderung aus dem Jahr 2023, die der Regierung erlaubte, für den Sonderfonds Kredite aufzunehmen – unter der Bedingung, dass das Geld ausschließlich zusätzliche Investitionen finanziert. Die Grünen, die für die notwendige Zweidrittelmehrheit mitstimmten, hatten darauf bestanden, dass die 500 Milliarden Euro neue Projekte fördern und keine bestehenden Ausgaben ersetzen sollten. Doch wie das Ifo-Institut aufdeckte, flossen 2025 ganze 95 Prozent der in diesem Jahr aufgenommenen 24,3 Milliarden Euro nicht in echte Neuinvestitionen.

Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld nannte die Ergebnisse wenig überraschend und deutete an, die Mittel seien umgelenkt worden, um Löcher in den regulären Haushalten zu füllen. Der Bundesrechnungshof fordert seitdem strengere Kontrollen, um zu verhindern, dass die Regierung laufende Ausgaben als Sonderfonds-Investitionen umdeutet. Zwar argumentiert die Koalition, die Investitionen seien von 2024 bis 2025 um 12,3 Milliarden Euro gestiegen – gemessen an einer weiten Definition –, doch die Grünen lassen sich nicht überzeugen.

Die Grünen-Co-Vorsitzende Franziska Brantner warf CDU/CSU und SPD vor, ihr Versprechen verraten zu haben, und warnte, solche Manöver untergrüben das Vertrauen der Bürger. Statt marode Brücken zu sanieren, Schulen zu modernisieren oder Klimamaßnahmen voranzutreiben, sei das Geld ihrer Ansicht nach für Haushaltstricks verschwendet worden. Auch FDP-Chef Christian Dürr meldete sich zu Wort und forderte Kanzler Merz auf, den "gescheiterten Versuch" aufzugeben, mangelnde Strukturreformen mit noch mehr Schulden zu kaschieren.

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Die Kontroverse setzt den Sonderfonds unter Druck, während Rechnungsprüfer und Oppositionsparteien schärfere Regeln fordern. Die Regierung hält zwar an der Behauptung fest, die Investitionen seien gestiegen, doch Kritiker argumentieren, der Löwenanteil der Kredite habe seine eigentlichen Ziele nie erreicht. Wie die Koalition reagiert, könnte die künftigen Debatten über Schuldenpolitik und öffentliche Ausgaben prägen.

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