Abschied vom Berliner Buchstabenmuseum: Neon-Schätze suchen neues Zuhause
Hans D. FinkeAbschied vom Berliner Buchstabenmuseum: Neon-Schätze suchen neues Zuhause
Das Berliner Buchstabenmuseum schließt am Montag seine Pforten
Das Berliner Buchstabenmuseum, in dem rund 3.500 Neonbuchstaben ausgestellt sind, wird am Montag seine Türen für immer schließen. Finanzielle Schwierigkeiten – darunter ein Rückgang der Besucherzahlen um die Hälfte seit der Pandemie und steigende Kosten – haben die Schließung erzwungen. Zu den Schätzen der Sammlung gehört das ikonische Schild "Dekorativer Fisch", das jahrzehntelang das Frankfurter Tor erleuchtete, bevor es für das Museum gerettet wurde.
Die Museumsgründerin und -leiterin Barbara Dechant war bis zuletzt die wichtigste finanzielle Stütze. Unterstützt von einem Verein mit 120 Mitgliedern – darunter der Schriftgestalter Lucas de Groot – hielt sie die Sammlung am Laufen. Doch mit halbierten Besucherzahlen seit der Corona-Pandemie und explodierenden Energiekosten kann sich das Museum nicht mehr tragen.
Die Sammlung besitzt großen kulturellen Wert: Sie bewahrt Neonschilder aus Berlin, der ehemaligen DDR und dem gesamten Deutschland. Die Exponate reichen von Ladenschildern und Bahnhofsbeschriftungen bis hin zu institutionellen Schriftzügen und bieten einen Einblick in die städtische und soziale Geschichte. Ein besonderes Highlight ist das "Dekorative Fisch"-Schild, das Anfang der 1980er Jahre entstand und um 1999 nachgebaut wurde. Nach Jahrzehnten an einer Hochhausfassade in Friedrichshain wurde es abmontiert und in die Museumsbestände aufgenommen.
An diesem Wochenende öffnet das Museum zum letzten Mal seine Türen. Anschließend wird sich Dechant mit ihrem Team darauf konzentrieren, Lagerräume zu sichern und eine Institution zu finden, die die Sammlung übernimmt. Als möglicher Kandidat gilt das Stadtmuseum Berlin, das Erfahrung in der Bewahrung und Präsentation historischer Artefakte hat – von Gemälden des 17. Jahrhunderts bis zu modernen Installationen.
Die Schließung des Museums lässt seine Zukunft ungewiss, doch es gibt Bemühungen, die Neon-Schätze zu retten. Gelingt dies, könnte die Sammlung in einer anderen Berliner Institution eine dauerhafte Heimat finden. Bis dahin harren der "Dekorative Fisch" und Tausende weiterer Buchstaben in der Schwebe – in der Hoffnung auf ein neues Kapitel.






