27 March 2026, 04:23

ADNOC übernimmt Covestro und schafft den viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt

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ADNOC übernimmt Covestro und schafft den viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt

Tiefgreifende Umbrüche prägen die chemische Industrie, während ADNOC die Übernahme von Covestro abschließt und führende Kunststoffproduzenten fusioniert. Der Deal, der sich nun in der finalen Phase befindet, wird die Borouge Group International (BGI) schaffen – den viertgrößten Kunststoffhersteller der Welt. Gleichzeitig steht die deutsche Chemieindustrie unter weiterem Druck durch schwache Nachfrage, Stellenabbau und steigende Lohnkosten.

Die Übernahme von Covestro durch ADNOC trat Anfang 2026 in ihre letzte Phase ein. Der Aktienkurs des Unternehmens lag bei 59,54 Euro – knapp über dem festen Barangebot von 59,46 Euro pro Aktie. Nachdem ADNOCs Tochtergesellschaft XRG mehr als 95 Prozent der Covestro-Aktien erworben hatte, wurde das Unternehmen von der Börse genommen. Das Pflichtangebot zur Übernahme der verbleibenden Anteile wurde offiziell am 20. März eingereicht.

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Der Wert von Covestro ist seit Beginn der Übernahme deutlich gesunken. Die Marktkapitalisierung fiel von rund 14,7 Milliarden Euro Ende 2025 auf etwa 12,35 bis 12,41 Milliarden Euro Anfang 2026. Der Rückgang folgte auf ein schwieriges Jahr 2025, in dem das EBITDA um 30,9 Prozent auf 740 Millionen Euro einbrach und ein Nettoverlust von 644 Millionen Euro entstand. Schwache Nachfrage, Preisdruck, Überkapazitäten und ein Brand im Werk Dormagen trugen zu den Verlusten bei – eine Erholung im Jahr 2026 gilt als unwahrscheinlich.

Parallel dazu haben ADNOC und OMV die Unternehmen Borealis, Borouge und Nova Chemicals zur Borouge Group International (BGI) zusammengeschlossen. Die Fusion, die für Ende März 2026 geplant ist, wird BGI zum viertgrößten Kunststoffproduzenten weltweit machen. Roger Kearns übernimmt die Führung als CEO, während Stefan Doboczky als Chief Commercial Officer (CCO) fungieren wird. Covestro wird künftig unter dem Dach dieser neuen Gruppe agieren.

Auch die deutsche Chemieindustrie kämpft mit steigenden Kosten. Die Gewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC einigten sich auf Lohnerhöhungen von 2,1 Prozent im Jahr 2027 und 2,4 Prozent im Jahr 2028. Das Ifo-Institut warnt jedoch vor weiteren Produktionskürzungen und Arbeitsplatzverlusten im Jahr 2026 – bedingt durch hohe Energiepreise und globale Konkurrenz.

Die Branche durchläuft eine grundlegende Neuordnung, wobei ADNOCs Übernahme von Covestro und die Gründung von BGI einen entscheidenden Wandel markieren. Die Lohnerhöhungen belasten die Unternehmen zusätzlich, die ohnehin mit sinkenden Gewinnen und schwachen Marktbedingungen zu kämpfen haben. Angesichts anhaltender finanzieller und operativer Herausforderungen bleibt die Zukunft der Industrie ungewiss.

Quelle