AfD plant radikale Bildungsreformen und Gleichstellungs-Kahlschlag in Sachsen-Anhalt
Elfriede WielochAfD plant radikale Bildungsreformen und Gleichstellungs-Kahlschlag in Sachsen-Anhalt
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) drängt auf tiefgreifende Veränderungen in Sachsen-Anhalt, falls sie an die Regierung kommt. Zu ihren Plänen gehören die Abschaffung zentraler Bildungs- und Gleichstellungsinstitutionen sowie eine Umgestaltung der Lehrpläne. Kritiker aus Gewerkschaften, der Polizei und akademischen Kreisen äußern schwere Bedenken gegenüber den möglichen Folgen dieser Politik.
Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt will die Landeszentrale für politische Bildung abschaffen. Stattdessen schlagen die Rechtspopulisten ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ vor. Maik Reichel, der aktuelle Leiter der Landeszentrale, warnt, ein solcher Schritt führe zu einer stark einseitigen Bildung, geprägt von einer „extrem verengten“ Kulturpolitik.
Die Partei strebt zudem die Abschaffung der Schulpflicht an, will mehr „Heimatkunde“ in den Unterricht integrieren und inklusive Klassenzimmer abschaffen. Malte Gerken von der Bildungsgewerkschaft GEW prognostiziert, dass viele Lehrkräfte das Land verlassen würden, sollten diese Pläne umgesetzt werden. Eva Gerth, Landesvorsitzende der Gewerkschaft, ergänzt, dass Forscher und junge Menschen Sachsen-Anhalt unter einer AfD-Regierung möglicherweise ganz meiden würden.
Ein weiteres Ziel der AfD ist Sarah Schulze, die amtierende Gleichstellungsbeauftragte des Landes. Die Partei plant, ihr Amt abzuschaffen und durch eine „Familienbeauftragte“ zu ersetzen, die sich vorrangig mit der Steigerung der Geburtenraten befassen soll. Schulze selbst hat sich öffentlich gegen einen möglichen Machtzuwachs der AfD ausgesprochen.
Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der Polizeigewerkschaft, betonte, Beamte folgten dem Gesetz – nicht politischen Parteien. Unterdessen warnen zahlreiche Institutionen in der Region vor den Konsequenzen eines AfD-Einflusses in der Regierung.
Die von der AfD vorgeschlagenen Reformen würden Bildung, Gleichstellungspolitik und kulturelle Einrichtungen in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern. Würden sie umgesetzt, könnte dies zu einem Mangel an Lehrkräften, sinkendem akademischem Interesse und einer Neuausrichtung von Schulen und öffentlichen Einrichtungen führen. Kritiker der Partei argumentieren, dass diese Schritte das soziale und politische Gefüge des Landes nachhaltig verändern würden.
