Aktivistin Martha Root entfacht Debatte um Weimers umstrittene Gedichte
Elfriede WielochAktivistin Martha Root entfacht Debatte um Weimers umstrittene Gedichte
Die Aktivistin Martha Root hat sich mit ihrer Kritik an der Debütgedichtsammlung Kopfpilz des Ministers Wolfram Weimer auseinandergesetzt. Sie übergab ein Exemplar an die Deutsche Nationalbibliothek, bezeichnete den Inhalt jedoch als schädlich. Ihre Aktionen gehen über die Spende hinaus: Sie plant, ein physisches Exemplar des Buches für wohltätige Zwecke zu versteigern.
Im Dezember 2022 infiltrierte Root während des Chaos Communication Congress die rechtsextreme Dating-Plattform White Date. Später lud sie eine digitalisierte Version von Kopfpilz auf Archive.org hoch und stellte sie damit kostenlos zum Download bereit.
Zudem kündigte Root an, ein gedrucktes Exemplar des Buches zu versteigern. Die Erlöse sollen an Lesen Hilft gehen, eine Initiative zur Unterstützung linker Buchhandlungen. Sie wirft den Gedichten vor, eine „Vergewaltigungskultur“ zu fördern, und kritisiert Weimer dafür, sich nicht mit seinem frühen Werk auseinanderzusetzen.
Trotz Weimers Stopp der Bibliotheksausweitung im März wurde die Spende durchgeführt. Unterdessen ließ sein Anwalt dem Satiriker Jan Böhmermann einen Brief zukommen, nachdem dieser die Sammlung in der Sendung ZDF Magazin Royal thematisiert hatte.
Das gespendete Exemplar von Kopfpilz befindet sich nun in der Deutschen Nationalbibliothek. Roots Versteigerung soll nicht nur Gelder für linke Buchhandlungen sammeln, sondern auch auf die umstrittenen Inhalte des Buches aufmerksam machen. Weimers juristische Reaktion auf Böhmermann unterstreicht die anhaltende Debatte um das Werk.
