Alma Hasun begeistert Wien mit zwei atemberaubenden Bühnenauftritten
Margot RudolphAlma Hasun begeistert Wien mit zwei atemberaubenden Bühnenauftritten
Die Schauspielerin Alma Hasun hat in diesem Monat in Wien mit zwei beeindruckenden Auftritten überzeugt. Ihre Rollen in Ganymed Areal und Sophia oder Das Ende der Humanisten wurden von der Kritik hochgelobt. Das Publikum ist von ihrer Intensität und emotionalen Tiefe auf der Bühne gefesselt.
An einem kürzlichen Nachmittag stand Hasun im Wiener Kammerspiele-Theater für Sophia oder Das Ende der Humanisten auf der Bühne. Die um 15 Uhr begonnene Vorstellung erzählte von der ausgeklügelten Intrige einer Tochter, die die erloschene Liebe ihrer Eltern wieder entfachen will – doch die Handlung nimmt eine unerwartete Wendung, als ein humanoider Roboter auftaucht. Die Inszenierung zeigte Hasuns Fähigkeit, Verletzlichkeit mit scharfer Präzision zu verbinden.
Zuvor glänzte sie in Ganymed Areal, einem dreistündigen Monolog im Rahmen des immersiven Stationentheaters in Wien-Penzing. Ihre Darstellung einer Pianistin, die die Fähigkeit zu spielen verloren hat, berührte das Publikum zutiefst. Die Vorstellungen sind seitdem bis Oktober ausverkauft, und die Kritik lobt ihre rohe, unerbittliche Energie.
Abseits der Bühne sprach Hasun über die emotionale Last ihrer Rollen. Bei den Vorbereitungen für das NS-Zeit-Drama Die Kostverköstigerinnen fand sie Inspiration in Margot Friedländers Memoiren Versuch, dein Leben zu machen. Die Reflexionen über Überleben und Erinnerung prägten ihren Zugang zur Figur. Neben zeitgenössischen Stücken trat sie auch in Tschechows Onkel Wanja am Theater in der Josefstadt auf und nannte Der dumme Franzose aus Er und Sie als ihre Lieblingskurzgeschichte des Autors.
Beide Produktionen haben Hasuns Ruf als furchtlose Darstellerin gefestigt. Ihre Fähigkeit, die Bühne zu beherrschen – ob in einem ausverkauften Monolog oder einem technikdurchdrungenen Drama – hebt sie hervor. Mit jeder Rolle fordert sie Publikum und Kritik gleichermaßen heraus.
