29 June 2026, 18:39

Bachmann-Preis 2023: Scharfe Kritik, starke Stimmen und prekäre Realitäten

In Frontal Opposition to Everything

Bachmann-Preis 2023: Scharfe Kritik, starke Stimmen und prekäre Realitäten

Der Bachmann-Preis 2023 endet mit bemerkenswerten Preisträgern und scharfer Literaturkritik

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Sieben Jurorinnen bewerteten die Texte der Autor:innen live und analysierten deren Werke vor Publikum. Die Veranstaltung löste zudem Debatten über die wirtschaftlichen Nöte von Schriftsteller:innen und innovative Erzählformen aus.

Nora Schaette gewann den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis sowie den Publikumspreis für ihren Text „Was wir tragen“, der sich mit der anhaltenden Gewalt gegenüber übergewichtigen Menschen auseinandersetzt. Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“, eine zurückhaltend, doch emotional dichte Geschichte über einen schwulen Vater, zerrissen zwischen Kind und Geliebten.

Den KELAG-Preis sicherte sich Kinga Tóth für ihren sprachlichen Witz und polyphonen Stil. Ihr Text zeichnete den Alltag und die Demütigungen eines „Ostblock-Mädchens“ nach. Magdalena Schrefel wurde mit dem kleinsten 3sat-Preis für „Kirschen, Herz in der Schlinge“ ausgezeichnet – eine Reflexion über Brustkrebs und die Schwierigkeit, darüber zu sprechen.

Wiederkehrende Motive in den Texten waren „Flecken“, die als Symbol für blinde Flecken und Unheilsboten standen, oft verbunden mit prekären Lebensumständen. Die Jury betonte wirtschaftliche Missstände, lobte aber auch einfallsreiche Ideen und prägnante Sätze. Die Teilnehmerin Slata Roschal kritisierte die Literaturbranche für karge Fördergelder und schmale Gewinnspannen. Zudem kündigte sie an, die Bühne unmittelbar nach ihrer Lesung zu verlassen.

Die Auszeichnungen würdigten vielfältige und wirkmächtige Erzählungen – von persönlichen Kämpfen bis zu gesellschaftlicher Kritik. Die Veranstaltung rückte zudem die finanziellen Realitäten von Autor:innen in den Fokus. Mit ihrem Blick auf sprachliche Kreativität und wirtschaftliche Herausforderungen hinterließ die Jury einen nachhaltigen Eindruck in der Literaturszene.

Quelle