Bahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Margot RudolphBahnstrecke Hamburg–Berlin nach monatelanger Sperrung wieder offen – doch die Probleme bleiben
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist nach einer langen Sperrung wieder in Betrieb gegangen. Die Wiedereröffnung erfolgte Mitte Juni – sechs Wochen später als ursprünglich geplant. Anhaltender Frost und weitere Rückschläge hatten die Verzögerung verursacht.
Die Strecke war für zehn Monate und zwei Wochen komplett gesperrt, wodurch Regionalreisende auf Ersatzbusse ausweichen mussten. Fernzüge wurden über Stendal und Uelzen umgeleitet, was für viele Verbindungen längere Fahrzeiten bedeutete.
Die Sanierung kostete rund 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen mehr als im ursprünglichen Budget veranschlagt. Zudem wurde ein zusätzlicher Notfallfonds in Höhe von 300 Millionen Euro aufgrund der Verzögerungen vollständig aufgebraucht. Doch selbst nach der Wiedereröffnung traten sofort technische Probleme auf: Aufzüge fielen aus, und Züge hielten sich nicht an den Fahrplan.
Die geplante Installation des neuen europäischen Zugsicherungssystems (ETCS) konnte nicht abgeschlossen werden. Das bedeutet, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine weitere großangelegte Sperrung notwendig wird. Der Ansatz, umfassende Generalsanierungen durchzuführen, steht in der Kritik, da er zu langen Unterbrechungen und steigenden Kosten führt.
Die Strecke ist zwar nun wieder befahrbar, doch die Probleme bleiben bestehen. Pendler müssen weiterhin mit Unsicherheiten rechnen, und weitere Sperrungen könnten anstehen. Die endgültigen Kosten und Verzögerungen des Projekts verdeutlichen die Herausforderungen bei großangelegten Bahnmodernisierungen.
