29 June 2026, 12:29

Baukrise in Deutschland: Warum Zementverbrauch und Wohnungsbau auf Talfahrt sind

Zementverbrauch auf Vorkriegsniveau

Baukrise in Deutschland: Warum Zementverbrauch und Wohnungsbau auf Talfahrt sind

Deutschlands Bausektor steht vor erheblichen Herausforderungen. Hohe Zinsen und steigende Kosten bremsen den privaten Wohnungsbau, während auch öffentliche Infrastrukturprojekte rückläufig sind. Der Zementverbrauch ist auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gesunken.

Trotz eines jüngsten Anstiegs der Baugenehmigungen um 10 Prozent kommt der private Wohnungsbau nur schleppend voran. Oft vergehen Monate zwischen der Genehmigung und dem tatsächlichen Baubeginn. Wie Branchenangaben zeigen, liegt der Zementverbrauch derzeit 30 Prozent unter dem Niveau von 2020.

Auch bei öffentlichen Vorhaben und gewerblichen Projekten ist ein ähnlicher Rückgang zu verzeichnen. Die Bundesregierung hat nun im Rahmen eines Sonderhaushalts Milliarden für die Infrastruktur bereitgestellt, um den Sektor wiederzubeleben. Dominik von Achten, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg Materials, verweist auf den deutlichen Nachfrageeinbruch.

Die Mittel aus dem neuen Haushalt sollen die Bautätigkeit in der zweiten Jahreshälfte ankurbeln. Mit der Finanzspritze will man die aktuelle Schwächephase im Wohnungsbau und bei öffentlichen Bauvorhaben überwinden. Die bereitgestellten Gelder könnten im Laufe des Jahres 2024 zu einer Belebung der Bauaktivitäten führen. Dies folgt auf eine Phase des starken Rückgangs in beiden Bereichen – privat wie öffentlich. Steigende Nachfrage nach Zement und mehr Baugenehmigungen könnten erste Anzeichen für eine langsame Erholung sein.

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