Bielefeld bekommt neues Jugendgerichtszentrum gegen Jugendkriminalität
Margot RudolphBielefeld bekommt neues Jugendgerichtszentrum gegen Jugendkriminalität
Nordrhein-Westfalen eröffnet achtes Jugendgerichtszentrum – diesmal in Bielefeld
In Nordrhein-Westfalen hat das achte Jugendgerichtszentrum seine Türen geöffnet, diesmal in Bielefeld. Die Einrichtung folgt einem Modell, das 2009 in Köln eingeführt wurde und darauf abzielt, Jugendkriminalität durch eine Kombination aus rechtlicher und sozialer Unterstützung zu bekämpfen. Ein weiteres Zentrum ist bereits in Duisburg geplant, um das Netzwerk weiter auszubauen.
Die Idee entstand vor über einem Jahrzehnt mit dem ersten Jugendgerichtszentrum in Köln. Die Dependance in Paderborn besteht seit 2012 und betreut jährlich rund 50 junge Straftäter. Direkt am Paderborner Hauptbahnhof gelegen, ist sie für die Teilnehmer leicht erreichbar.
Im Mittelpunkt jedes Zentrums steht die frühe Intervention. Junge Täter werden individuell ausgewählt und erhalten maßgeschneiderte Programme mit festen Ansprechpartnern und Unterstützungsangeboten. Ziel ist es, ihnen schnell die rechtlichen Grenzen aufzuzeigen und gleichzeitig eine intensive Begleitung anzubieten.
Ein Schlüsselelement des Systems ist die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Jugendhilfe. Diese Kooperation ist mittlerweile ein zentraler Baustein der landesweiten Strategie zur Reduzierung von Jugendkriminalität. Konkrete Zahlen dazu, wie viele Straftaten verhindert oder wie viele Jugendliche durch das Programm vor Rückfällen bewahrt wurden, liegen jedoch nicht vor.
Das neue Zentrum in Bielefeld reiht sich in ein wachsendes Netzwerk in der Region ein. Zwar fehlen bisher exakte Erfolgsmessungen, doch das Modell wird weiter ausgebaut – Duisburg soll bald folgen. Der Ansatz setzt auf schnelle juristische Konsequenzen, verbunden mit strukturierter Förderung für junge Straftäter.






