Boryszew schließt beide Werke in Sachsen-Anhalt bis Jahresende 2023
Margot RudolphKein Investor: Auto-Zulieferer Boryszew stoppt Produktion - Boryszew schließt beide Werke in Sachsen-Anhalt bis Jahresende 2023
Boryszew Kunststofftechnik, ein großer Zulieferer der Automobilindustrie in Sachsen-Anhalt, wird bis Ende 2023 seine Produktionsstandorte schließen. Die Entscheidung folgt auf monatelange gescheiterte Verhandlungen mit potenziellen Investoren. Durch den Nachfragerückgang in der deutschen Autoindustrie sind nun über 400 Arbeitsplätze an zwei Standorten bedroht.
Das Unternehmen, das sich auf Innenraumkomponenten für Fahrzeuge spezialisiert hat, leidet unter massiven finanziellen Belastungen. Ein Rückgang der Fahrzeugproduktion in den letzten beiden Jahren – verursacht durch wirtschaftliche Abschwungphasen, Lieferkettenprobleme und hohe Rohstoffkosten – hat die Zulieferer hart getroffen. Verschärfte Abgasvorschriften und der Umstieg auf Elektrofahrzeuge erhöhten den Druck zusätzlich, da teure Materialanpassungen erforderlich wurden.
Der Insolvenzverwalter Silvio Höfer bestätigte die Schließung, nachdem die Gespräche mit Investoren gescheitert waren. Seit Mai 2023 hatte es Bemühungen gegeben, neue Finanzmittel zu beschaffen, doch die Marktbedingungen machten eine Rettung unmöglich. Die Produktion wird noch bis Dezember weiterlaufen und sichert damit vorläufig die Arbeitsplätze in den Werken Gardelegen und Idar-Oberstein.
In Gardelegen sind 330 Mitarbeiter beschäftigt, in Idar-Oberstein etwa 100. Die Belegschaften beider Standorte wurden nun offiziell über die Schließung informiert. Das Unternehmen, ein wichtiger Zulieferer der Volkswagen Gruppe, nannte das Fehlen langfristiger Aufträge als endgültigen Grund für die Einstellung des Betriebs.
Die Stilllegung markiert das Ende der Aktivitäten von Boryszew in Deutschland bis Dezember 2023. Die verbleibende Produktion wird vollständig eingestellt, was die Zukunft der Beschäftigten ungewiss macht. Die Entscheidung spiegelt die größeren Herausforderungen wider, mit denen die Automobilbranche kämpft: Zulieferer sehen sich mit schrumpfender Nachfrage und steigenden Kosten konfrontiert.






