10 June 2026, 12:28

Bremens Bürgerschaft prüft "goldene Händedrücke" für entlassene Staatsräte

Goldene Handschläge, gelöschte Chats und fehlplatzierte Dateien

Bremens Bürgerschaft prüft "goldene Händedrücke" für entlassene Staatsräte

Bremens Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss ein

Im November 2025 hat die Bremische Bürgerschaft einen Untersuchungsausschuss eingesetzt, um die Entlassung von Staatsräten in den vergangenen elf Jahren zu prüfen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Vorwürfe über großzügige Abfindungsregelungen und fehlende Unterlagen im Zusammenhang mit politischen Amtsinhabern.

In Deutschland können politische Beamte zwar ohne Angabe von Gründen entlassen werden, erhalten jedoch oft finanziell vorteilhafte Vorruestandregelungen. Diese Praxis hat zu Vorwürfen der Opposition geführt, die Regierung habe auf Kosten der Steuerzahler „goldene Händedrücke“ vergeben.

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Die Arbeit des Ausschusses förderte Lücken in den Unterlagen des Senats zutage. Die Aussage der Staatsrätin Regine Komoss aus der Bildungsbehörde ergab, dass nicht alle relevanten Dokumente vorgelegt worden waren. Zudem hatten Mitarbeiter der Finanzbehörde schriftlich Bedenken gegen die Ausstellung einer Versetzungszusage für Komoss geäußert – doch diese Einwände fehlten in den Akten.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Löschung von fünf Nachrichten in einem Signal-Chat zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte in der Umweltbehörde. Die fehlenden Nachrichten nährten Spekulationen über nicht offengelegte Absprachen.

Der Ausschuss untersuchte zudem einen anonymen Hinweis der CDU zu gelöschten E-Mails. Später stellte sich heraus, dass der Tipp vom CDU-Fraktionsgeschäftsführer Tobias Hentze stammte. Dieser hatte zunächst behauptet, der Hinweisgeber sei anonym, räumte später jedoch ein, dass dies nicht der Wahrheit entsprach – eine Aussage, die möglicherweise die Ermittler in die Irre geführt hat.

Am Dienstag kam der Ausschuss erneut zusammen, um über Beamtenrecht und die Berichterstattung über seine Arbeit zu beraten.

Die Untersuchungen haben Widersprüche in den offiziellen Unterlagen aufgedeckt und Fragen zur Transparenz aufgeworfen. Die unvollständige Aktenvorlage des Senats und der umstrittene Hinweis haben die Prüfung der Entlassungen und Abfindungsvereinbarungen weiter verschärft.

Quelle