Bremer Buchhandlung tauscht Provokation gegen Minister-Porträt und löst Debatte aus
Margot RudolphBremer Buchhandlung tauscht Provokation gegen Minister-Porträt und löst Debatte aus
Eine Buchhandlung in Bremen hat für Aufsehen gesorgt, nachdem sie an ihrer Fassade einen provokanten Slogan angebracht hatte. Der Goldene Laden zeigte ursprünglich die Parole „Deutschland, verrecke bitte“, was zur Disqualifizierung von einem renommierten Preis und zu Ermittlungen durch den Verfassungsschutz führte.
Ursprünglich sollte der Goldene Laden als „herausragende Buchhandlung“ vom Jury des Deutschen Buchhandlungspreises 15.000 Euro erhalten. Doch wegen des umstrittenen Spruchs wurde der Buchhandlung die Auszeichnung für 2026 aberkannt.
Als Reaktion brachten sechs Personen ein großes Stofftransparent an der Giebelseite der Buchhandlung an. Die neue Fassade zeigt nun ein riesiges Porträt von Kulturminister Wolfram Weimer zusammen mit Auszügen aus seinen Schriften. Zudem sind verfassungskonforme Zitate des Ministers zu lesen, die von ihm selbst stammen.
Buchhändlerin Ausma Zvidrina erklärte, man werde Weimers Werke nicht verkaufen. Auf die Frage, ob die Neugestaltung eine Distanzierung von linksextremen Positionen darstellen solle, lachte sie nur.
Kulturminister Wolfram Weimer hatte den Verfassungsschutz mit der Prüfung der Buchhandlung beauftragt. Die Fassade entspricht nun verfassungsgemäßen Standards und zeigt Zitate sowie das Konterfei des Ministers. Die Aktionen und Äußerungen des Ladens haben erhebliche öffentliche und behördliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
