Bürgergeld-Reform 2026: Warum Langzeitarbeitslose weiterhin auf der Strecke bleiben
Elfriede WielochFür fast jeden zweiten Menschen ist ein Besuch beim Jobcenter sinnlos - Bürgergeld-Reform 2026: Warum Langzeitarbeitslose weiterhin auf der Strecke bleiben
Deutschlands Bürgergeld scheitert bei der Integration Langzeitarbeitsloser
Seit seiner Einführung im Jahr 2023 hat es das deutsche Bürgergeld nicht geschafft, Langzeitarbeitslosen nachhaltig den Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu ebnen. Offizielle Zahlen zeigen kaum Fortschritte – in manchen Bereichen sogar einen Rückgang – im Vergleich zum alten Hartz-IV-System. Nun soll eine Reform ab Mitte 2026 strengere Regeln für die Grundsicherung einführen.
Daten der Bundesagentur für Arbeit (BA) belegen, dass 55 bis 60 Prozent der Bürgergeld-Empfänger auch nach mehr als einem Jahr noch ohne Arbeit sind. Vor 2023 war dieser Anteil leicht gesunken, von 62 Prozent im Jahr 2022 auf 58 Prozent gegen Ende desselben Jahres. Kritiker werfen dem Bürgergeld vor, dass die gelockerten Sanktionen die Anreize zur Jobsuche verringert hätten.
Eine Umfrage ergab, dass 46 Prozent der Bezieher mit mehreren Hürden kämpfen – etwa gesundheitlichen Problemen oder fehlenden Qualifikationen. Fast die Hälfte der Langzeitarbeitslosen gibt zudem an, dass Termine im Jobcenter ihre Chancen kaum verbesserten. Dennoch bewerten über zwei Drittel die Leistung der Mitarbeiter als zufriedenstellend, fast drei Viertel halten sie für kompetent.
Die Bertelsmann Stiftung schlägt vor, die Jobcenter sollten stärker auf Coaching, Qualifizierungsmaßnahmen und direkte Arbeitsvermittlung setzen. Bei denen, die keine größeren Hindernisse haben, empfiehlt sie eine stärkere Eigeninitiative bei der Stellensuche – selbst wenn daduch die Zufriedenheit mit der Unterstützung sinkt.
Als Reaktion hat der Bundestag ein neues Sozialsystem beschlossen, das ab dem 1. Juli 2026 in Kraft tritt. Die Reform führt wieder strengere Auflagen für den Bezug von Leistungen ein.
Die anstehenden Änderungen zielen darauf ab, die seit Jahren stagnierenden Beschäftigungsquoten unter Langzeitarbeitslosen zu erhöhen. Während das Bürgergeld ab Mitte 2026 durch strengere Regeln ersetzt wird, könnten die Jobcenter ihre Strategien anpassen, um Betroffene mit besonderen Hürden besser zu unterstützen. Ob die Maßnahmen nachhaltige Effekte auf dem Arbeitsmarkt bringen, wird die Politik genau beobachten.