Cannstatter Volksfest wird zum Luxus-Event mit Champagner-Shows und Club-Atmosphäre
Margot RudolphCannstatter Volksfest wird zum Luxus-Event mit Champagner-Shows und Club-Atmosphäre
Das Cannstatter Volksfest ändert sein Image – mit exklusiven Partyzonen und opulenten Shows
Jüngere Besucher strömen inzwischen in versteckte Lounges und energiegeladene Bereiche, wo Champagner mit spektakulären Inszenierungen fließt. Traditionelle Festzeltmelodien weichen House-Musik und clubähnlichen Atmosphären in manchen Zelten.
Im Spitzbuben Lodge werden täglich Hunderte Champagnerflaschen zu Preisen zwischen 120 und 800 Euro verkauft – jede wird mit einem zeremoniellen Säbelhieb geöffnet. Hinter einer getarnten Wand bietet ein versteckter "Darkroom" mit rotem Sofa und Asterix-Comics einer Handvoll Gäste eine ruhige Zuflucht.
Im Schwabenwelt-Zelt verwandelt die Equipe Lodge den Champagnerservice in ein Spektakel: muskelbepackte Mitarbeiter präsentieren die Flaschen mit flammenden Fontänen und Trompetenfanfaren. Gleich daneben zieht die Schatzibar ein junges Publikum mit House-Musik und Nachtclub-Flair an – ein Bruch mit der sonstigen Volksmusik-Tradition des Festes.
Auch andere Zelte setzen auf Innovation: In der Taos Lodge im Dinkelacker-Zelt regnet es aus der Decke Eiswürfel auf die Flaschen. Fridas Pier eröffnet eine Ski-Hütten-Bar, den Club Royal, wo Kellner in Skibrillen Drinks im Alpenstil servieren. Diese Bereiche haben bis spät geöffnet – sonntags bis donnerstags bis Mitternacht, am Wochenende bis 1 Uhr – mit separaten Eingängen und eigenen Toiletten.
Ein weiterer exklusiver Bereich im Anhangszelt lockt mit eigenem Zugang Partygäste an, die mehr wollen als Bierbänke und Blasmusik. Inszenierte Shows und Exklusivität prägen das Fest zunehmend und ziehen ein jüngeres, nachtlebensorientiertes Publikum an.
Das Volksfest balanciert heute zwischen Tradition und High-End-Unterhaltung, um neue Geschmäcker zu bedienen. Geheime Räume, Champagner-Theater und Club-Bars stehen neben klassischen Festattraktionen. Mit verlängerten Öffnungszeiten und privaten Rückzugsorten entwickelt sich die Veranstaltung über ihre volksmusikalischen Wurzeln hinaus – und bleibt trotzdem ein Publikumsmagnet.






