10 May 2026, 16:15

Caritas-Präsidentin warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen

Alte Frau im Krankenhausbett liegend mit gefalteten H"anden, geschlossenen Augen und Kopf auf den H"anden ruhend, umgeben von Menschen im Hintergrund.

Caritas-Präsidentin warnt vor höheren Pflegekosten durch geplante Reformen

Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa hat Bedenken gegen die geplanten Reformen der deutschen Pflegeversicherung geäußert. Sie warnte, dass die Änderungen die finanzielle Belastung für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen weiter verschärfen könnten. Ihre Stellungnahme erfolgt vor dem Hintergrund des Reformentwurfs von Gesundheitsministerin Nina Warken, der für Mitte Mai erwartet wird.

Welskop-Deffaa kritisierte insbesondere Vorschläge, die den Zeitraum verlängern könnten, nach dem sich die Eigenbeteiligung an den Kosten für stationäre Pflege verringert. Bisher sinken die Kosten nach zwölf Monaten in einer Einrichtung, doch ein neuer Plan sieht vor, diese Entlastung erst nach 18 Monaten greifen zu lassen. Eine solche Maßnahme spare zwar kurzfristig Geld, riskiere aber, das gestufte Unterstützungsmodell des Systems zu untergraben, argumentierte sie.

Zudem warnte sie, dass die Änderung Menschen dazu verleiten könnte, vor dem Einzug in eine Pflegeeinrichtung Vermögen auf Angehörige zu übertragen. Dies könnte die finanzielle Stabilität der Pflegeversicherung gefährden. Die Caritas-Chefin betonte, dass jede Reform die Treue der Versicherten zum solidarischen Ansatz des Systems wahren müsse.

Welskop-Deffaa forderte, die Zuzahlungen für Bewohner von Pflegeheimen nicht weiter zu erhöhen. Sie hob die wichtige Rolle von pflegenden Angehörigen hervor und mahnte eine stärkere Unterstützung für deren Engagement an. Das System, so ihre Aussage, basiere maßgeblich auf generationenübergreifender Solidarität, wobei Familien oft einen Großteil der Pflegeleistung tragen würden.

Die Präsidentin bestand darauf, dass Reformen weder die beitragsfreie Familienmitversicherung noch die gestaffelten Beitragssätze oder Rentenansprüche für Pflegepersonen kürzen dürften. Diese Leistungen seien unverzichtbar, um die Fairness im Pflegesystem zu bewahren.

Die geplanten Reformen haben eine Debatte über ihre möglichen Auswirkungen auf besonders schutzbedürftige Gruppen ausgelöst. Mit dem für Mitte Mai erwarteten Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken bleibt die Herausforderung, Kosteneinsparungen mit einer gerechten Behandlung von Pflegebedürftigen und ihren Familien in Einklang zu bringen. Caritas hat deutlich gemacht, dass jede Veränderung die Grundprinzipien des Systems – Solidarität und generationenübergreifende Unterstützung – erhalten muss.

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