CDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als realitätsfern und einseitig
Elfriede WielochCDU-Politiker Krings zerpflückt Prostituiertenschutz-Kommission als realitätsfern und einseitig
Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und frauenpolitischer Sprecher der Union, hat scharf eine Regierungs-Kommission kritisiert, die mögliche Reformen des Prostituiertenschutzgesetzes prüft. Die Ergebnisse des Gremiums seien unzuverlässig, seine Zusammensetzung einseitig, so Krings.
Die von Bundesfamilienministerin Karin Prien eingesetzte Kommission stützt sich auf einen Evaluierungsbericht eines kriminologischen Instituts. Darin heißt es, dass ein Viertel der gemeldeten Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss verfügt und 80 Prozent krankenversichert sind. Krings hält diese Zahlen für realitätsfremd – sie spiegelten lediglich einen kleinen, privilegierten Ausschnitt der Branche wider.
Er verweist darauf, dass in Deutschland gerade einmal 50 Sexarbeiter:innen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien. Seiner Einschätzung nach sind nicht mehr als zehn Prozent der in der Branche Tätigen offiziell registriert. Zudem wirft Krings dem Kommissionvorsitzenden vor, fragwürdige Forschung zu betreiben und diese anschließend zu verteidigen.
Von Anfang an zeigt sich die CDU/CSU-Fraktion enttäuscht über die Besetzung des Gremiums. Krings betont, er habe in der Regierungszeit seiner Partei noch nie eine so einseitig zusammengesetzte Kommission erlebt.
Im Mittelpunkt des Streits stehen die Datenqualität und die Glaubwürdigkeit der Kommission. Krings besteht darauf, dass die vorliegende Forschung weder das tatsächliche Ausmaß noch die realen Bedingungen der Prostitution in Deutschland abbildet. Die Union stellt die Vorgehensweise und Ergebnisse des Gremiums weiterhin infrage.
