Chemnitz verliert sein legendäres Congress Hotel – und ein Stück Identität
Hans D. FinkeCongress Hotel droht Schließung - Bürgermeister: 'Schwieriger Weg' - Chemnitz verliert sein legendäres Congress Hotel – und ein Stück Identität
Chemnitz' ikonisches Congress Hotel schließt Ende Januar – eine Ära geht zu Ende
Am 31. Januar wird das legendäre Congress Hotel in Chemnitz seine Türen für immer schließen und damit ein Stück Stadtgeschichte beenden. Die überraschend von der GCH Hotel Group bekannt gegebene Schließung hat lokale Politiker und Mitarbeiter in Aufruhr versetzt. Seit seiner Eröffnung 1974 als Interhotel prägt das Haus als markantes Wahrzeichen die Nähe zum Karl-Marx-Monument.
Der Eigentümer, die in Luxemburg ansässige Immobilienfirma Aroundtown SA, hat bisher keine Gründe für die Entscheidung genannt. Die Schließung stößt auf scharfe Kritik der Gewerkschaft NGG (Nahrung-Genuss-Gaststätten), die statt einer Stilllegung nach alternativen Lösungen sucht.
Bürgermeister Sven Schulze führt derzeit Gespräche mit Belegschaft und Eigentümern, um faire Abfindungsregelungen für die rund 40 betroffenen Mitarbeiter zu erreichen. Zwar prüft die Stadt Möglichkeiten der Unterstützung, eine Übernahme des Hotelbetriebs durch die Kommune wurde jedoch ausgeschlossen.
Architektonisch eng mit dem Rathaus und dem Kongresszentrum verbunden, stellt der Verlust des Congress Hotels einen schweren Einschlag für Chemnitz dar. Die Verhandlungen laufen noch, doch eine Lösung ist bisher nicht in Sicht.
Mit der Schließung verschwindet eine langjährige Institution aus dem Stadtbild. Für die Beschäftigten bleibt die Zukunft ungewiss – auch wenn weiterhin an einer sozialverträglichen Übergangsregelung gearbeitet wird. Die weiteren Schritte hängen nun vom Ausgang der laufenden Verhandlungen ab.