Deutsche Krankenhäuser am Abgrund: 75 Prozent kämpfen mit existenziellen Finanznöten
Margot RudolphDeutsche Krankenhäuser am Abgrund: 75 Prozent kämpfen mit existenziellen Finanznöten
Eine aktuelle Umfrage hat tiefgreifende finanzielle Probleme in deutschen Krankenhäusern offenbart. Die zwischen dem 17. und 22. April 2026 durchgeführte Erhebung zeigt, dass mittlerweile fast drei Viertel aller Kliniken ihre wirtschaftliche Lage als schlecht bewerten. Viele warnen, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter verschärfen könnte.
Die Befragung, die noch vor der vollen Wirkung der Sparmaßnahmen der Bundesregierung stattfand, legte erhebliche Liquiditätsengpässe offen. Im Durchschnitt verfügen die Krankenhäuser nur über Rücklagen, die sechs Wochen Betriebskosten decken. Lediglich 9 Prozent der Einrichtungen können ihre Ausgaben mit den aktuellen Mitteln auf unbestimmte Zeit bestreiten.
Besonders stark betroffen sind große Kliniken: Von denen mit 600 oder mehr Betten stuften 95 Prozent ihre Finanzlage als schlecht ein. Auch ländliche Krankenhäuser äußerten wachsende Sorgen – 79 Prozent rechnen damit, dass sich ihre wirtschaftliche Situation innerhalb der nächsten sechs Monate weiter verschlechtern wird. Insgesamt erwarten 59 Prozent aller Kliniken eine Verschärfung der Lage in naher Zukunft.
DKG-Präsident Gerald Gaß hat eine dringende Warnung ausgesprochen. Ohne sofortiges Gegensteuern, so seine Mahnung, drohe dem deutschen Krankenhaussystem ein struktureller Kollaps, der die Versorgung bundesweit gefährden könnte.
Die Umfrage zeichnet das Bild eines unter Druck stehenden Systems, in dem die meisten Krankenhäuser mit minimalen Rücklagen arbeiten. Da nahezu alle großen Einrichtungen und ein Großteil der ländlichen Anbieter mit einem weiteren Niedergang rechnen, bedroht die finanzielle Belastung die medizinische Versorgung. Um langfristige Schäden für den Sektor abzuwenden, könnten unverzüglich Maßnahmen erforderlich sein.
