Deutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch Alternativen fehlen
Margot RudolphDeutsche Unternehmen wollen raus aus der US-Cloud – doch Alternativen fehlen
Eine neue Umfrage zeigt erhebliche Bedenken deutscher Unternehmen wegen der Abhängigkeit von US-amerikanischen Cloud-Anbietern. Viele Firmen überdenken nun ihre Strategien – ausgelöst durch aktuelle politische Entscheidungen der US-Regierung. Die Ergebnisse unterstreichen eine wachsende Nachfrage nach heimischen oder europäischen Alternativen.
Cloud Computing ermöglicht es Unternehmen, IT-Dienstleistungen online zu nutzen, ohne eigene Hardware verwalten zu müssen. Derzeit setzen 71 Prozent der deutschen Firmen auf US-Cloud-Dienste, doch nur 8 Prozent bevorzugen diese tatsächlich. Ein deutlicher Anteil von 91 Prozent würde lieber deutsche Anbieter wählen – auch wenn aktuell nur etwas mehr als die Hälfte dies tut.
Laut der Umfrage sind 85 Prozent der deutschen Führungskräfte der Meinung, dass das Land zu stark von amerikanischen Cloud-Technologien abhängig ist. Viele reagieren bereits: 64 Prozent überprüfen ihre Cloud-Strategien aufgrund der US-Politik, und 80 Prozent fordern den Aufbau deutscher oder europäischer Hyperscaler.
Einige Unternehmen sind bereit, Kompromisse für eine lokale Datenverarbeitung einzugehen. So würden 37 Prozent erhebliche Nachteile in Kauf nehmen, um einen rein deutschen Service zu nutzen – doch nur 12 Prozent wären bereit, dafür 10 bis 20 Prozent mehr zu zahlen. Ein Viertel der Firmen würde längere Wartezeiten für neue Funktionen akzeptieren, wenn die Daten in Deutschland blieben. Allerdings fehlen 43 Prozent der Unternehmen wettbewerbsfähige europäische Alternativen, um US-Anbieter zu ersetzen.
Die Ergebnisse verdeutlichen einen klaren Trend: Deutsche Unternehmen streben nach mehr Kontrolle über ihre Daten und einer geringeren Abhängigkeit von US-Cloud-Diensten. Doch begrenzte Alternativen und Kostensorgen bleiben Hürden für einen Wechsel.
