Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Neubau
Hans D. FinkeDüsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus und setzt auf Sanierung statt Neubau
Düsseldorf hat die Pläne für den Bau eines neuen Opernhauses nach Entwürfen des Architekturbüros Snøhetta aufgegeben, nachdem die Kosten auf 1,8 Milliarden Euro explodiert waren. Die Entscheidung folgt wachsenden finanziellen Bedenken gegenüber dem Projekt. Das ursprünglich für den Neubau vorgesehene Gelände am Wehrhahn ist nun wieder in städtischem Besitz.
Ursprünglich hatte die Stadt geplant, ihr Nachkriegs-Opernhaus durch den modernen Entwurf von Snøhetta zu ersetzen. Doch als die Kostenschätzungen stiegen, sahen sich die Verantwortlichen gezwungen, das Vorhaben zu stoppen. Oberbürgermeister Stephan Keller kündigte stattdessen an, den Fokus auf die Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten zu legen – die Kosten dafür werden auf 400 bis 500 Millionen Euro veranschlagt.
Unterdessen bleibt in Rostock die Zukunft des Volkstheaters ungewiss. Das 1943 erbaute Bauwerk, ein Meisterwerk der ostdeutschen Moderne, war 1965 Schauplatz der Uraufführung von Peter Weiss’ Marat/Sade. Die regierende CDU hatte vorgeschlagen, das Theater für Neubauten abzureißen, doch das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege in Schwerin hat nun große Teile des Gebäudes unter Schutz gestellt. Parallel entsteht bereits ein neues Theater nach Plänen des Berliner Büros Hascher Jehle – die geschätzten Baukosten liegen bei 208 Millionen Euro.
In Frankfurt schlägt das Architekturbüro raumwerk einen anderen Weg ein: Es plant, das Bonatz-Opernhaus mit einer halbtransparenten Hülle zu ummanteln, das Foyer zu erweitern und die Kapazität um 25 Prozent zu steigern.
Düsseldorfs Absage an Snøhettas Entwurf könnte einen Wendepunkt für kulturelle Großprojekte in Deutschland markieren. Die Stadt setzt nun auf die Modernisierung ihres bestehenden Opernhauses. Rostock hingegen bleibt im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Neubau – während das neue Theater langsam Gestalt annimmt.
