Energiekrise zwingt Zoos und Wildparks zu radikalen Lösungen
Steigende Energiekosten setzen Zoos und Wildparks schwer zu
Viele Einrichtungen stehen vor schwierigen Entscheidungen, da die Kosten explodieren – einige müssen ihre Tierhaltung und ihren Betrieb grundlegend überdenken.
Während einige Parks bereits energieintensive Arten umgesiedelt oder abgebaut haben, setzen andere auf erneuerbare Lösungen, um die Ausgaben zu senken.
Der Braunschweiger Zoo hat Maßnahmen ergriffen, um seine Abhängigkeit von teurer Energie zu verringern. Die Anlage betreibt bereits eine 80-kW-Photovoltaikanlage sowie kleinere Solaranlagen für den Eigenbedarf. Ein Blockheizkraftwerk, ein Holzvergaser und eine Pelletheizung decken den Wärmebedarf. Nun kommen weitere 12 kW Solarleistung hinzu, und eine 10-kW-Batteriespeicheranlage soll überschüssigen Strom speichern.
Der Wildpark Essehof bleibt dank eines Biomasse-Heizsystems vergleichsweise autark. Diese Lösung hält die Kosten stabil und macht unabhängig von externen Energieversorgern. Das Artenschutzzentrum Grasleben hat ebenfalls Photovoltaikmodule installiert, um die Stromrechnung zu drücken – besonders für Arten, die warme Lebensräume benötigen.
Trotz der finanziellen Belastung haben weder der Wildpark Essehof noch das Artenschutzzentrum Grasleben einen Verkauf von Tieren in Erwägung gezogen, um Kosten zu sparen. Auch der Braunschweiger Zoo schließt eine Verringerung seines Tierbestands aus. Andere Einrichtungen haben jedoch bereits energieintensive Arten abgegeben oder auslaufen lassen, um die Last zu verringern.
Im Wildpark Stöckheim machen die Energiekosten derzeit etwa 2,5 Prozent der Gesamtausgaben aus – eine noch tragbare Zahl, die sich jedoch bei weiter steigenden Preisen erhöhen könnte.
Zoos und Wildparks gehen unterschiedliche Wege, um mit den höheren Energiekosten umzugehen: Manche investieren in erneuerbare Energien, andere passen ihre Tierbestände an. Langfristig wird sich zeigen, ob diese Maßnahmen die Preisspirale ausgleichen können, ohne die Standards in der Tierhaltung zu gefährden.






