20 March 2026, 06:21

Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige in MV bei der Landtagswahl wählen

Eine Zeichnung eines kleinen Jungen mit einer Kamera in der Mitte, umgeben von einer Gruppe von Menschen, mit Text unten, der "Kleiner Junge Stimmzettel" lautet.

Was ist jungen Menschen in der Landtagswahl in MV wichtig - Erstmals dürfen 16- und 17-Jährige in MV bei der Landtagswahl wählen

In diesem Herbst dürfen 16- und 17-Jährige in Mecklenburg-Vorpommern erstmals bei einer Landtagswahl ihre Stimme abgeben. Die Reform folgt einer Entscheidung zur Absenkung des Wahlalters und verleiht damit rund 25.000 Minderjährigen das Recht auf politische Teilhabe. Befürworter argumentieren, dass die Änderung die Demokratie stärkt und ein klares Vertrauenssignal in das politische Urteilsvermögen junger Menschen sendet.

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Die Maßnahme stößt bei Politikwissenschaftlern und Jugendvertretern auf Zustimmung. Die Politikwissenschaftlerin Kira René Kurz glaubt, dass die Reform die Wahlbeteiligung steigern und das demokratische Engagement vertiefen könnte. Gleichzeitig betont sie, dass die Parteien nun gezielt auf jüngere Wähler zugehen müssten, um deren Anliegen aufzugreifen.

Ina Bösefeldt vom Landesjugendring pflichtet ihr bei und weist darauf hin, dass sich viele junge Menschen von der Politik ignoriert fühlten. Ihrer Meinung nach sei es für ein gerechteres politisches System unverzichtbar, ihre Perspektiven in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Bösefeldt hebt hervor, dass eine geringere Wahlbeteiligung unter Jugendlichen durch bessere politische Bildung und mehr Transparenz verbessert werden könnte.

Die Reaktionen der Erstwähler fallen unterschiedlich, aber überwiegend positiv aus. Der 16-jährige Josef Köppe hält die Reform für logisch: Wenn Jugendliche arbeiten dürften, sollten sie auch mitbestimmen können. Emma Müller, 17, bereitet sich auf ihre Wahl mit Tools wie dem Wahl-O-Mat vor und verfolgt politische Debatten. Lucie Luther, 20, fordert unterdessen mehr Möglichkeiten für junge Menschen, Politik aktiv mitzugestalten.

Die Reform spiegelt ähnliche Entwicklungen in anderen Bundesländern wider, etwa in Baden-Württemberg, wo das Wahlalter im März 2026 gesenkt wurde. Noch liegen jedoch keine Daten vor, wie sich 16- und 17-Jährige dort in Wahlbeteiligung oder Prioritäten von älteren Wählern unterscheiden. Studien zeigen zwar generell, dass Jüngere seltener wählen, doch gezielte Bildungsangebote könnten diesen Trend umkehren.

Die anstehende Wahl wird zeigen, ob die Absenkung des Wahlalters die politische Teilhabe von Jugendlichen erhöht. Mit 25.000 neu wahlberechtigten jungen Menschen bietet die Reform die Chance, frische Stimmen in die Politik zu tragen. Ihr langfristiger Erfolg hängt davon ab, wie gut es Parteien und Institutionen gelingt, die jüngsten Bürger einzubinden.

Quelle