EU-Agrarreform droht Landwirten in Deutschland Millionenverluste bis 2028
Hans D. FinkeBackhaus: Ländliche Regionen dürfen nicht vernachlässigt werden - EU-Agrarreform droht Landwirten in Deutschland Millionenverluste bis 2028
Landwirte in Deutschland stehen vor großer finanzieller Unsicherheit, da die EU plant, die Agrarsubventionen bis 2028 grundlegend zu reformieren. Die vorgeschlagenen Änderungen könnten die Förderung um Hundertmillionen kürzen – allein Mecklenburg-Vorpommern droht ein jährlicher Verlust von über 160 Millionen Euro. Agrarminister Till Backhaus warnt vor schweren Folgen für mehr als 1.000 Betriebe in der Region.
Die aktuelle Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU zielt darauf ab, die Landwirtschaftsbeihilfen in einen übergreifenden, sektorübergreifenden Fonds zu integrieren. Zwar würde dies den Mitgliedstaaten durch nationale Partnerschaftspläne mehr Flexibilität bieten, doch drohen gleichzeitig drastische Kürzungen. In Mecklenburg-Vorpommern könnten die Direktzahlungen von 314 Millionen auf 151 Millionen Euro sinken – mit gravierenden Auswirkungen auf die Liquidität der Höfe.
Auf der anstehenden Agrarministerkonferenz (AMK) in Bad Reichenhall, Bayern, vom 18. bis 20. März 2026 werden die Minister über die Reformen beraten. Bundesländer wie Sachsen fordern strengere Klimavorgaben, während für Bayern und Niedersachsen noch keine konkreten Auswirkungen auf die Subventionen absehbar sind.
Die Rechtsunsicherheit hat zudem durch aktuelle Gerichtsurteile zu nitratbelasteten Gebieten und Düngeverordnungen zugenommen. Backhaus forderte gemeinsam mit Brandenburg klarere, rechtssichere Düngeregeln, um den Landwirten Planungssicherheit zu geben. Er betonte, dass die GAP nicht nur Subventionen, sondern die ländliche Entwicklung insgesamt stütze.
Von den geplanten EU-Kürzungen wären vor allem Großbetriebe betroffen, da Deckelungen und degresive Staffeln die Zahlungen reduzieren. Über 1.000 Höfe allein in Mecklenburg-Vorpommern könnten in finanzielle Bedrängnis geraten. Die Diskussionen der Minister werden 2026 fortgesetzt, doch bereits jetzt zeichnet sich ab, dass die Reformen die Agrarförderung in ganz Europa neu prägen könnten.






