09 May 2026, 04:14

Falsche Islam-Vorwürfe: AfD-Politiker teilt Fotos einer christlichen Tauffeier

Schwarz-weiß-Zeichnung einer Kircheninnenseite mit einer großen Gruppe von Menschen, einige sitzen auf Bänken und andere stehen, mit Skulpturen, Fenstern und Text unten lesend "Taufe des Heiligen Grabes".

Falsche Islam-Vorwürfe: AfD-Politiker teilt Fotos einer christlichen Tauffeier

Am 2. Mai 2026 online geteilte Fotos sollten angeblich islamische Hüpfburgen zwischen christlichen Gräbern zeigen. Die Bilder, die vom AfD-Bundestagsabgeordneten Lukas Rehm gepostet wurden, lösten Verwirrung über die Art der Veranstaltung aus. Später stellte sich heraus, dass es sich um ein christliches Fest handelte – und nicht um eine muslimische Zusammenkunft.

Die Feier fand in der St.-Stephans-Kirche im Leipziger Stadtteil Mockau statt. Eine eritreisch-christliche Gemeinde, die regelmäßig die Räumlichkeiten der Kirche nutzt, hatte die Veranstaltung organisiert. Pfarrbriefe belegen die langjährige Tätigkeit der Gruppe an diesem Ort.

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Die auf den Fotos sichtbaren Grabsteine waren rein dekorativ und markierten keine echten Gräber. Historische Aufzeichnungen deuten darauf hin, dass das Gelände nie als Friedhof genutzt wurde. Stattdessen zeigten die Aufnahmen eine Tauffeier, bei der die Teilnehmer oft weiße Gewänder und Kopftücher tragen – eine Tradition, die mitunter fälschlich als islamische Kleidung interpretiert wird.

Ein solcher Irrtum ist kein Einzelfall. Bereits 2017 widerlegten Faktenchecker von CORRECTIV eine ähnliche Behauptung über eine eritreisch-christliche Taufe in Leipzig. Die Verwechslung entsteht durch kulturelle Bräuche, die muslimischen Gepflogenheiten ähneln, jedoch Teil der eritreisch-christlichen Liturgie sind.

Die St.-Stephans-Kirche bestätigte, dass es sich um eine christliche Taufe und nicht um ein islamisches Fest handelte. Die dekorativen Grabsteine und die traditionelle Kleidung trugen zur Fehleinschätzung bei. Der Vorfall unterstreicht die wiederkehrenden Falschzuordnungen eritreisch-christlicher Zeremonien.

Quelle