FDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge Freiheit-Interview Empörung aus
Hans D. FinkeFDP-Politiker Martin Hagen löst mit Junge Freiheit-Interview Empörung aus
Ein kürzlich von dem FDP-Politiker Martin Hagen der Jungen Freiheit gegebenes Interview hat eine Debatte ausgelöst. Kritiker werfen ihm vor, damit rechtsextreme Positionen zu normalisieren, während Befürworter die Entscheidung als legitimen Austausch von Ideen verteidigen.
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Justizministerin unter Angela Merkel, verurteilte Hagens Schritt scharf. Sie warnte, dass die Zusammenarbeit mit der Jungen Freiheit der rechtspopulistischen AfD Glaubwürdigkeit verleihen könnte. Die Verbindungen der Publikation zur Partei sind seit Langem umstritten.
Auch der Spiegel teilte diese Bedenken und erklärte, das Interview verletze eine journalistische Brandmauer. Sabine Döring, eine weitere Kritikerin, zog sich aus Protest von einer FDP-veranstalteten Podiumsdiskussion zurück. Hagen hingegen blieb bei seiner Entscheidung und betonte, das Medium sei weder unseriös noch verfassungsfeindlich.
Er wies zudem jede Zusammenarbeit mit der AfD zurück und unterstrich, die FDP habe keinerlei Absicht, mit der Partei zusammenzuarbeiten. Susanne Seehofer lobte das Interview und argumentierte, ein Dialog jenseits von Echokammern sei notwendig. Hagen fügte hinzu, die Gesellschaft habe – besonders während der Amtszeit Merkels – die Fähigkeit zu konstruktiven Debatten verloren.
Der Streit zeigt tiefe Gräben auf, wenn es um den Umgang mit umstrittenen Medien geht. Hagens Interview bleibt ein umstrittenes Thema, während Kritiker befürchten, es legitimere rechtsextreme Erzählungen. Die FDP hat sich bisher nicht zu den weiteren Folgen der Entscheidung geäußert.
