Fulda-Konferenz scheitert: Schienenausbau bleibt auf der Strecke
Fulda-Konferenz zu Schieneninfrastruktur endet ohne Fortschritte
Die jüngste Fulda-Konferenz zur Schieneninfrastruktur ist ohne greifbare Ergebnisse zu Ende gegangen. Die Fahrgastorganisation Pro Bahn kritisierte die Bundesregierung und die Deutsche Bahn scharf, weil sie es versäumt hätten, zentrale Vorhaben voranzubringen. Während der zweitägigen Beratungen wurde nicht ein einziges Projekt in die nächste Planungsphase überführt.
Die am 4. und 5. Mai abgehaltene Konferenz offenbarten die anhaltenden Verzögerungen beim Ausbau des deutschen Schienennetzes. Zwar erhielt der Abschnitt Nürnberg–Schnabelwaid der Franken-Sachsen-Magistrale 100 Millionen Euro für die Planung, doch fehlt weiterhin der notwendige Planfeststellungsbeschluss. Der bereits genehmigte Abschnitt Hof–Marktredwitz kommt hingegen nicht voran.
Zahlreiche Projekte stecken weiterhin in frühen Planungsphasen fest und schaffen es nicht in die Entwurfs- und Genehmigungsverfahren. Die Mitteldeutschland-Verbindung, obwohl baureif, verfügt über keine Finanzierungsvereinbarung. Diese Unsicherheit gefährdet die betrieblichen Perspektiven und Ausschreibungsprozesse.
Pro Bahn warf den Verantwortlichen vor, dringend benötigte Elektrifizierungs- und Ausbauarbeiten zu vernachlässigen. Die Organisation forderte die umgehende Freigabe weiterer Planungsstufen, verbindliche Finanzierungszusagen sowie einen langfristigen Infrastruktur-Fonds für die Schiene. Zudem betonte sie die Notwendigkeit durchgehender Planungsteams, um Kostenexplosionen und Verzögerungen zu vermeiden.
Besonders in der Kritik stand die Franken-Sachsen-Magistrale, die Dresden, Hof und Nürnberg verbindet und seit Jahren mit Planungsproblemen kämpft.
Ohne Fortschritte bei Finanzierung und Genehmigungen bleiben zentrale Schienenprojekte auf der Stelle. Die ausbleibenden Entscheidungen der Fulda-Konferenz lassen die dringend benötigten Infrastrukturmodernisierungen in der Schwebe. Pro Bahn fordert nun schnelles Handeln, um weitere Rückschläge für das deutsche Schienennetz abzuwenden.
