11 April 2026, 14:21

Fünf neue lebendige Traditionen werden deutsches UNESCO-Kulturerbe

Schwarzes und weißes Foto einer Stadtstraße in Windisch-Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue lebendige Traditionen werden deutsches UNESCO-Kulturerbe

Deutschland hat seine Liste der geschützten kulturellen Traditionen erweitert und fünf neue Einträge in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Die Auswahl hebt Bräuche hervor, die von Gemeinschaften aktiv bewahrt und an nachfolgende Generationen weitergegeben werden. Vertreter der Behörden betonten die Bedeutung lebendiger Traditionen für die Prägung moderner Identität.

Die UNESCO-Konvention zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 in Paris verabschiedet. Mittlerweile haben sich 185 Länder angeschlossen, Deutschland trat 2013 bei. Das nationale Verzeichnis umfasst nun 173 kulturelle Praktiken aus dem gesamten Land.

Die diesjährigen Neuzugänge decken ein breites Spektrum ab: Die Bolzplatz-Kultur (Straßenfußball), das Handwerk der Herrenmaßschneiderei, die Martinsumzüge im Rheinland, die Schaustellerkultur auf Volksfesten sowie der kleinteilige Küstenfischerei in der Ostsee und den Boddengewässern wurden aufgenommen.

Bevor eine Tradition anerkannt wird, durchläuft sie ein mehrstufiges Prüfverfahren. Zunächst bewertet das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission jeden Vorschlag. Anschließend folgt ein mehrstufiger Auswahlprozess.

Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als "lebendige Wurzel" der zeitgenössischen kulturellen Identität. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, betonte, dass Traditionen lebendig bleiben, wenn sie im Alltag gelebt und gemeinsam weiterentwickelt werden. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, ergänzte, dass solches Erbe dort wächst, wo Gemeinschaften Wissen teilen und kulturelle Praktiken kollektiv gestalten.

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Die fünf neuen Einträge ergänzen die wachsende Liste der geschützten Traditionen in Deutschland. Das Bundesweite Verzeichnis soll kreative, inklusive und sich wandelnde Kulturformen würdigen. Durch die Anerkennung dieser Bräuche hoffen die Verantwortlichen, ihre weitere Bewahrung und Entwicklung zu fördern.

Quelle