27 March 2026, 10:18

Gewalt gegen Zugbegleiter: Warum Zweier-Teams die Bahn sicherer machen sollen

Ein Artikel mit Bildern von Menschen, Zügen und anderen Gegenständen neben einem Text mit der überschrift "Der Zug, der nie aufhört - wie das kontinuierliche Transportsystem funktioniert".

Gewalt gegen Zugbegleiter: Warum Zweier-Teams die Bahn sicherer machen sollen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter im Februar 2024 werden die Forderungen nach mehr Sicherheit im Bahnverkehr immer lauter. Gewerkschaften drängen darauf, dass Schaffner künftig nur noch im Zweierteam arbeiten, da Einzelpersonen einem zunehmenden Risiko ausgesetzt seien. Die Deutsche Bahn hat unterdessen bereits mit Körperkameras und erleichterten Kontrollen der Dienstausweise auf den Vorfall reagiert.

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Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert, dass Zweier-Teams auf Zügen zur Regel werden. Gewerkschaftschef Martin Burkert kritisierte die Verkehrsminister scharf, weil diese den Vorschlag abgelehnt hätten, und warnte, dass die Gewalt gegen Beschäftigte sonst weiter zunehmen könnte. Sein Argument: Trotz der jüngsten Sicherheitsverbesserungen seien allein arbeitende Zugbegleiter weiterhin besonders gefährdet.

Die Verkehrsministerkonferenz erkannte zwar den Handlungsbedarf an, lehnte verbindliche Zweier-Teams bundesweit jedoch ab. Stattdessen setzt man auf regionale Lösungen, die es ermöglichen, die Personaleinsätze flexibel an den lokalen Bedarf anzupassen. Zudem wird über eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen diskutiert.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die neuen Maßnahmen bis Ende April prüfen. Die Deutsche Bahn hat bereits Körperkameras für das Personal eingeführt und die Kontrollen der Dienstausweise gelockert. Offizielle Zahlen zu Angriffen seit dem Februar-Vorfall liegen jedoch nicht vor. Aus den Jahresberichten geht hervor, dass es sowohl 2024 als auch 2025 über 3.000 Übergriffe auf Bahnmitarbeiter gab.

Die Minister begrüßten zwar die Sicherheitsverbesserungen, wiesen aber darauf hin, dass strengere Regeln zusätzliche Mittel erfordern würden. Die Bundesregierung betont, dass mögliche Mehrkosten im bestehenden Haushalt abgedeckt werden müssten.

Die Debatte um die Sicherheit im Zugverkehr geht weiter: Während die Gewerkschaften auf strengere Schutzmaßnahmen pochen, setzen die Minister auf flexible, regionale Lösungen. Die neuen Maßnahmen der Deutschen Bahn werden in den kommenden Wochen bewertet. Die Zahl der Angriffe bleibt vorerst hoch – weitere Änderungen hängen von den Haushaltsvorgaben und den laufenden Verhandlungen ab.

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