Grüne fragen nach Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Hans D. FinkeGrüne fragen nach Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und Rechtsextremismus
Die Grünen haben eine Kleine Anfrage im Bundestag zu mutmaßlichen Verbindungen zwischen christlichem Fundamentalismus und rechtsextremen Strömungen in Deutschland eingereicht. Die schriftliche Anfrage richtet sich gegen Einzelpersonen, Organisationen und mögliche Radikalisierungstendenzen innerhalb dieser Kreise. Das Medieninteresse an dem Thema ist zuletzt gestiegen, unter anderem haben öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF kritische Dokumentationen über konservative Christen ausgestrahlt.
In der Anfrage werden konkret Personen wie Leonard Jäger und Tobias Riemenschneider genannt. Zudem werden Organisationen wie Alliance Defending Freedom International und der Bundesverband Lebensrecht thematisiert. Die Grünen verlangen Auskunft über Umfang, Strukturen und Gefahrenpotenzial dieser christlich-fundamentalistischen Milieus.
Zusätzlich fordert die Partei Informationen darüber, wie Kinder und Jugendliche durch rechtsextreme Multiplikatoren in christlich-fundamentalistischen Kontexten radikalisiert werden könnten. Gefragt wird auch nach Verbindungen dieser Akteure zu rechtsextremen Netzwerken, darunter die Alternative für Deutschland (AfD).
Jäger bezeichnete die Anfrage als Versuch, christlich-konservative Positionen zu zensieren und zu delegitimieren. Riemenschneider sieht darin einen Angriff, um historisch gewachsene christliche Überzeugungen zu stigmatisieren und zu kriminalisieren. Die Grünen schlagen zudem politische Maßnahmen vor, um digitale Inhalte mit Bezug zu christlich motiviertem Extremismus zu löschen.
Die parlamentarische Anfrage wartet nun auf eine Antwort der Bundesregierung. Sie spiegelt die anhaltende Debatte über die Schnittmenge von religiösem Konservatismus und politischem Extremismus in Deutschland wider. Öffentlich-rechtliche Sender haben die Diskussion bereits durch investigative Formate zum Thema befördert.
