Grüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliches Führungsteam nach Wahldebakel
Elfriede WielochGrüne in Rheinland-Pfalz wählen erstmals rein weibliches Führungsteam nach Wahldebakel
Die Grünen in Rheinland-Pfalz haben erstmals ein rein weibliches Führungsteam gewählt. Auf dem jüngsten Parteitag wurden zwei gleichberechtigte Vorsitzende bestimmt – ein Novum nach dem Ausscheiden der Grünen aus der Landesregierung. Die Wahl folgte auf das enttäuschende Ergebnis der Landtagswahl im März, bei dem die Partei nur 7,9 Prozent der Stimmen erhielt.
Zur neuen Co-Vorsitzenden wurde Carolin Cloos aus Worms gewählt, die 72,28 Prozent der Stimmen auf sich vereinte. Die andere Co-Vorsitzende ist die 33-jährige Mainzer Grünen-Politikerin Christin Sauer, die bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreichte. Sauer sitzt seit 2019 im Mainzer Stadtrat und leitete von Ende 2021 bis Anfang 2025 den örtlichen Grünen-Kreisverband.
Zudem bestätigte die Partei Katrin Eder als Fraktionsvorsitzende im Landtag in Mainz. Eder, die bei der März-Wahl Spitzenkandidatin war, geriet zuvor in die Kritik, weil sie sich mit dem Projekt „Schwarmkraftwerk“ schmückte – eine Initiative, die ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen worden war.
Die bisherigen Landesvorsitzenden Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill wechseln nun als Abgeordnete in den Landtag. Die Grünen haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis 2029 wollen sie auf kommunaler und Bundesebene wieder Vertrauen aufbauen, und bis 2031 streben sie eine ökologische, soziale und gerechte Regierungsführung in Rheinland-Pfalz an.
Der Führungswechsel erfolgt nach 15 Jahren ununterbrochener Regierungsbeteiligung der Grünen im Land. Mit dem neuen, rein weiblichen Vorstand will die Partei verlorene Unterstützung zurückgewinnen und ökologische sowie soziale Themen vorantreiben. Ob diese Strategie aufgeht, wird sich bei der nächsten Landtagswahl 2026 zeigen.
