12 June 2026, 12:13

Halles Kleiner Ulrichstraße: Sperren gegen "Protzfahren" sorgen für Streit mit Anwohnern

Empörung auf der Kneipenstraße in Halle (Saale): Wirte rebellieren gegen die WM-Sicherheitsbarrieren der Stadt - sie wollen kaum Fußball zeigen

Halles Kleiner Ulrichstraße: Sperren gegen "Protzfahren" sorgen für Streit mit Anwohnern

Halle (Saale) errichtet temporäre Sperren an der Kleinen Ulrichstraße – Lokale Geschäfte protestieren gegen „militaristische“ Maßnahmen

Die Stadt Halle (Saale) hat entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre Absperrungen installiert, um während der FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft den Fahrzeugverkehr zu regulieren. Lokale Unternehmer kritisieren den Schritt scharf und bezeichnen die Konstruktionen als „militaristisch“ und übertrieben. Sie befürchten, dass die Barrieren das lebendige Flair des Viertels dauerhaft beeinträchtigen werden.

Bei den Sperren handelt es sich um ausfahrbare Poller, die abends und nachts hochgefahren werden können. Ihr Zweck besteht darin, den Zufahrtsverkehr während der Spielzeiten einzuschränken – insbesondere, um sogenanntes „Protzfahren“ zu unterbinden und die Sicherheit der Fußballfans zu gewährleisten, die sich auf der Straße versammeln. Die Stadt rechnet mit großen Menschenmengen, falls WM-Spiele lokal übertragen werden.

Doch fast keines der zwölf betroffenen Unternehmen in dem Abschnitt – darunter das Café Roter Horizont, die Haley Bar und das Connoisseur – plant, die Spiele zu zeigen. Nur drei Lokale werden die Übertragungen ausstrahlen, weshalb die Geschäftsleute bezweifeln, dass sich die Straße mit Fans füllen wird. Sie werfen der Stadt vor, die Barrieren ohne vorherige Absprache errichtet zu haben, und fühlen sich übergangen.

Statt der Absperrungen schlagen die lokalen Betreiber gezielte Polizeistreifen an Freitag- und Samstagabenden zwischen 21 und 24 Uhr vor. Diese könnten den Verkehr überwachen, Verstöße ahnden und hätten zudem den Vorteil, dass die Einnahmen aus Bußgeldern die Einsatzkosten wahrscheinlich decken würden.

Der Konflikt zeigt die Spannung zwischen den Sicherheitsvorkehrungen der Stadt und den Bedenken der Anwohner. Angesichts der geringen Zahl an Übertragungsorten bleibt der Nutzen der Barrieren fraglich. Die Unternehmer hoffen nun auf eine Überprüfung der Maßnahmen, bevor die WM beginnt.

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