Heizungsgesetz: Regierung unter Beschuss wegen unklarer Biokraftstoff-Pläne
Hagen SieringHeizungsgesetz: Regierung unter Beschuss wegen unklarer Biokraftstoff-Pläne
Der Entwurf des Bundesregierung für ein neues Heizungsgesetz stößt auf scharfe Kritik von Oppositionspolitikern und Wirtschaftsverbänden. Die grüne Abgeordneten Lisa Badum bezeichnete den Entwurf als ein „Chaos-Gesetz“ ohne klare Linie und schlechte Planung. Gleichzeitig fordern Energieverbände mehr Transparenz darüber, wie die neuen Biokraftstoff-Ziele erreicht werden sollen.
Das Kabinett hatte kürzlich einen Gesetzentwurf verabschiedet, der einen schrittweisen Anstieg klimafreundlicher Heizstoffe bis 2040 vorschreibt. Die als „Biokraftstoff-Hochlauf“ bekannte Regelung sieht vor, den Anteil von grünem Gas in Heizsystemen schrittweise zu erhöhen. Die Regierung räumte jedoch in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage Badums ein, dass sie keine verlässlichen Schätzungen zur künftigen Nachfrage oder zum Angebot dieser Biokraftstoffe vorlegen könne.
Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland bezeichnete Badum den Plan als eine „Biogas-Treppe ins Nichts“. Sie warf den Ministern vor, eine Gesetzgebung ohne realistische Strategie für die Beschaffung ausreichender Mengen an grünem Gas durchzudrücken. Das Gesetz, so Badum, werde Mieter finanziell stark belasten, während gleichzeitig die Erdgasindustrie davon profitiere.
Auch aus der Wirtschaft kommen Bedenken. Sowohl der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) als auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) forderten die Regierung auf, das tatsächlich verfügbare Biomassepotenzial offenzulegen. Sie betonten, dass konkrete Angaben fehlten, wie das Angebot ausgebaut werden solle, um die vorgesehenen Quoten zu erfüllen.
Nun steht die Regierung unter Druck, die Lücken im Heizungsgesetz zu schließen, bevor es endgültig beschlossen wird. Ohne klare Prognosen zur Versorgung oder einen definierten Ausbauplan warnen Kritiker, dass die Regelung ihre ökologischen und wirtschaftlichen Ziele verfehlen könnte. Energieversorger und Oppositionspolitiker verlangen Antworten, bevor das Gesetz weiter voranschreitet.
