Hessens Autoindustrie trotzt 2025 der Krise mit E-Auto-Boom und voller Werkstätten
Hans D. FinkeHessens Autoindustrie trotzt 2025 der Krise mit E-Auto-Boom und voller Werkstätten
Hessens Automobilbranche verzeichnete 2025 gemischte Ergebnisse – mit soliden Leistungen trotz wirtschaftlicher Herausforderungen. Während die Neuzulassungen von Pkw zurückgingen und die Gewinnmargen schrumpften, verzeichneten die Verkäufe von Elektrofahrzeugen einen deutlichen Aufschwung, und die Werkstattauslastung blieb hoch.
Die Branche meldete einen Rückgang der Neuzulassungen um 4 Prozent auf insgesamt 322.461 Fahrzeuge. Auch die Überträge von Gebrauchtwagen sanken leicht auf 503.091. Dennoch stieg der Durchschnittspreis für einen Neuwagen auf 44.780 Euro, während Gebrauchtfahrzeuge im Schnitt 18.560 Euro kosteten.
Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen entwickelte sich besonders dynamisch: Die Verkäufe rein batteriebetriebener Modelle legten um 47,6 Prozent zu, bei Plug-in-Hybriden betrug das Plus 35,6 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Wartungskosten – im Schnitt lagen die Reparaturkosten bei 542 Euro, wobei Privatkunden für Verschleißreparaturen durchschnittlich 604 Euro ausgaben. Die Werkstattauslastung blieb mit 91,2 Prozent auf hohem Niveau.
Im Kfz-Servicebereich kletterten die Umsätze um 5,2 Prozent auf 2,67 Milliarden Euro, während die Gesamtumsätze der Branche auf 29,1 Milliarden Euro sanken. Die Gewinnmargen fielen von 1,6 auf 1,1 Prozent. Bei den Ausbildungsverträgen gab es Verschiebungen: Die Zahl der Lehrlinge in der Kfz-Mechatronik stieg leicht auf 1.842, während kaufmännische Ausbildungsplätze um 10,4 Prozent auf 387 zurückgingen.
Für 2026 zeigten sich Branchenvertreter vorsichtig optimistisch und prognostizierten einen Anstieg der Neuzulassungen um 3,5 bis 4 Prozent bundesweit. Im März 2026 führte die Bundesregierung eine neue Förderprämie für Elektroautos ein: Haushalte mit einem Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro (90.000 Euro für Eltern) erhalten 3.000 Euro Zuschuss für rein elektrisch betriebene Fahrzeuge. Geringverdienern wurden höhere Fördersätze in Aussicht gestellt, doch wie Hessen die Regelung konkret umsetzen wird, blieb zunächst unklar.
Die Branche bilanzierte 2025 als ein Jahr der Widerstandsfähigkeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Zwar schwächte sich die Nachfrage ab, doch das Wachstum bei Elektrofahrzeugen und die stabile Werkstattauslastung sorgten für Stabilität. Die neue Förderrichtlinie könnte den Markt 2026 zusätzlich prägen.






