Historisches Weingut in Dresden feiert Neuanfang nach jahrelangen Kämpfen
Hagen SieringHistorisches Weingut in Dresden feiert Neuanfang nach jahrelangen Kämpfen
Historisches Weingut in Dresden nach Jahren der Rechtsstreitigkeiten und aufwendiger Sanierung wiedereröffnet
Die Familie Hollenders hat ein 20.000 Quadratmeter großes Anwesen in Dresden – inklusive eines aktiven Weinbergs – in ein kulturelles und landwirtschaftliches Zentrum verwandelt. Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen und einer behutsamen Restaurierung kann die Familie nun Veranstaltungen ausrichten und eigenen Wein keltern.
Das Grundstück am Ende der Schevenstraße erwarb die Familie Hollenders zu einer Zeit, als die Hälfte der Fläche bereits mit Reben bewachsen war. 1999 setzten sie alles daran, noch vor dem Auslaufen der ostdeutschen Weinbauverordnungen 700 Riesling- und 1.200 Traminer-Reben zu pflanzen. Die erste Lese erfolgte Ende September und brachte 500 Kilogramm Traminer und 540 Kilogramm Riesling ein.
Die Sanierung des Anwesens gestaltete sich jedoch alles andere als einfach: Die Familie führte sieben Jahre lang einen Rechtsstreit mit dem sächsischen Landesdenkmalpfleger und Dresdner Ehrenbürger Hans Nadler um das Weinberghaus. Zudem mussten sie Genehmigungen von sieben verschiedenen Behörden einholen. Trotz dieser Hürden investierten sie rund 2,7 Millionen Euro, um sowohl den Weinberg als auch das historische Weinberghaus zu restaurieren. Heute beherbergt das Anwesen einen wiederhergestellten barocken Saal, der für Konzerte, Lesungen und Diskussionsrunden genutzt wird. Moderne Annehmlichkeiten wie ein per App steuerbares Tor – das Caroline Hollenders bei Ankunft der Gäste aus der Ferne öffnet – runden das Konzept ab. Nach Jahren der Konflikte legt die Familie nun Wert auf Offenheit und ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn.
Das Weingut der Hollenders vereint Tradition und moderne Lebensart. Ihre Investitionen haben nicht nur ein historisches Ensemble neu belebt, sondern schaffen auch Raum für Weinbau und kulturelle Veranstaltungen. Die Zukunft des Anwesens steht im Zeichen von Gemeinschaft und geteiltem Genuss.