09 June 2026, 00:21

Industrie in Deutschland bricht ein: Aufträge stürzen um 3,8 Prozent ab

Deutschlands industrielle Aufträge brechen doppelt so stark ein wie erwartet

Industrie in Deutschland bricht ein: Aufträge stürzen um 3,8 Prozent ab

Deutschlands Industrie erlebt im April einen deutlichen Einbruch – Aufträge brechen um 3,8 Prozent ein

Die deutsche Industrie verzeichnete im April einen starken Rückgang: Die Auftragseingänge sanken im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Der Einbruch fiel damit stärker aus als erwartet und vertieft die Sorgen um die seit 2019 stagnierende Wirtschaft des Landes.

Der Rückgang folgte auf einen deutlichen Anstieg im März, den Ökonomen als vorübergehenden Aufschwung einstuften. Jörg Krämer von der Commerzbank bezeichnete den April-Rückgang als „Korrektur“ nach dem vorherigen Plus. Gleichzeitig warnte er, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal wahrscheinlich schrumpfen werde.

Besonders betroffen war die Automobilbranche, wo die Neugeschäfte um 5,3 Prozent zurückgingen. Noch stärker traf es die Maschinenbauer mit einem Minus von 7,4 Prozent. Während die Aufträge aus der Eurozone um 11,1 Prozent einbrachen, verzeichneten Märkte außerhalb des Euroraums ein leichtes Plus von 0,8 Prozent.

Die Lieferkettenprobleme verschärften sich im Mai weiter: 15,9 Prozent der Unternehmen hatten Schwierigkeiten, Vorprodukte zu beschaffen – nach 13,8 Prozent im April. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, sprach von einer „katastrophalen“ Stimmung unter den Mitgliedsfirmen. Er warnte, die aktuelle Krise könnte die Folgen der Finanzkrise 2008 noch übertreffen.

Seit 2019 hat die deutsche Industrie 300.000 Arbeitsplätze verloren, ohne dass in diesem Zeitraum Wirtschaftswachstum verzeichnet wurde. Ökonomen hatten für April einen Rückgang der Aufträge um 2 Prozent prognostiziert – die tatsächliche Entwicklung lag fast doppelt so hoch.

Die jüngsten Zahlen unterstreichen die anhaltenden Probleme der deutschen Industrie. Angesichts sinkender Aufträge, belasteter Lieferketten und steigender Arbeitsplatzverluste bleibt die Aussicht für das zweite Quartal düster. Analysten und Branchenvertreter rechnen mit weiteren Herausforderungen in den kommenden Monaten.

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