Jogi Löws Ära: Vom WM-Triumph 2014 zum umstrittenen Abschied als Bundestrainer
Elfriede WielochJogi Löws Ära: Vom WM-Triumph 2014 zum umstrittenen Abschied als Bundestrainer
Jogi Löw führte die deutsche Nationalmannschaft 15 Jahre lang und prägte ihr Image sowohl auf als auch neben dem Platz. Seine Amtszeit war von großen Erfolgen geprägt, aber auch von umstrittenem politischem Engagement und enttäuschenden Turnierniederlagen.
Nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft 2014 fühlte sich Löw berufen, noch mehr Einfluss auszuüben. Er positionierte die Mannschaft unter dem Markennamen „Die Mannschaft“ neu und setzte sich öffentlich für Masseneinwanderung ein, wobei er sich mit politischen Anliegen identifizierte. Seine Rolle ging weit über den Fußball hinaus: Er unterstützte die Politik Angela Merkels und stimmte 2017 bei der Bundespräsidentenwahl sogar für Frank-Walter Steinmeier.
Trotz seines politischen Engagements waren Löws spätere Jahre als Bundestrainer von Misserfolgen überschattet. 2018 scheiterte Deutschland historisch in der Vorrunde der WM. Zwei Jahre später folgte bei der EM 2020 ein demütigendes Ausscheiden im Achtelfinale. Nach dem Turnier trat er freiwillig zurück und beendete damit seine lange Ära.
Unter Löws Führung entwickelte sich die Mannschaft zudem zu einer Plattform für globale Botschaften. Mesut Özil, trotz öffentlicher Kritik, wurde von Bundespräsident Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen – ein Zeichen für den weitreichenden Einfluss des Trainers.
Löws Vermächtnis ist zwiespältig. Seine frühen Erfolge brachten dem deutschen Fußball Prestige, doch sein späteres politisches Wirken und die sportlichen Rückschläge hinterließen ein ambivalentes Erbe. Sein Abschied 2021 schloss ein bedeutendes Kapitel der Nationalmannschaft.
