07 April 2026, 12:20

Junge Halenser ehren 155 jüdische Opfer mit bewegender Gedenktafel für Sobibor

Gedenktafel an einer Gebäudewand mit der Inschrift "Gedenktafel für die Opfer des Holocaust" aus dunklem Material mit einem dekorativen Rahmen.

Junge Halenser ehren 155 jüdische Opfer mit bewegender Gedenktafel für Sobibor

Gedenktafel ehrt 155 jüdische Opfer aus Halle, die nach Sobibor deportiert und ermordet wurden

Eine neue Gedenktafel wird an 155 jüdische Opfer aus Halle erinnern, die in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurden. Junge Menschen aus der Stadt haben das Projekt initiiert, Spenden gesammelt und das Denkmal gestaltet, um sicherzustellen, dass ihre Geschichten nicht in Vergessenheit geraten.

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Das Design der Tafel zeigt zwei Hände, die zueinander greifen – ein Symbol für die jüngste bekannte Opferin, ein 16 Monate altes Mädchen, sowie für die Familien, die sich während der Schoa gegenseitig Halt gaben.

Die Initiative ging von jungen Aktivist:innen in Halle aus, die Schrott sammelten und Spendenaktionen organisierten. Das gesammelte Geld deckt die Herstellung und Anbringung der Tafel, die derzeit von einem ortsansässigen Steinmetz gemeißelt wird.

Das Projekt mit dem Titel "Tagebuch der Gefühle" verbindet die Teilnehmenden mit der Geschichte der Schoa durch persönliche Reflexionen über das Leben der Opfer. Viele der beteiligten Jugendlichen haben Biografien der Verstorbenen verfasst und so ihr Verständnis für die Vergangenheit vertieft.

Der in Hamburg ansässige Comic-Künstler Nils Oskamp arbeitete am künstlerischen Konzept der Tafel mit. Im Mittelpunkt des Entwurfs stehen zwei Hände, die sich umklammern – ein Zeichen für Chana Baer, das jüngste Opfer aus Halle, und zugleich für den Kampf der Familien, inmitten von Verfolgung zusammenzuhalten.

Nach ihrer Fertigstellung wird die Tafel am Gedenkort des ehemaligen Lagers Sobibor angebracht. Die Gruppe plant zudem eine Bildungsreise an den Ort im Juni 2026, um das fertige Denkmal zu besichtigen und mehr über seine Geschichte zu erfahren.

Die Gedenktafel wird als dauerhafte Ehrung für die 155 jüdischen Männer, Frauen und Kinder aus Halle dienen, die in Sobibor ums Leben kamen. Ihre Namen und Schicksale werden nun durch das Engagement einer jüngeren Generation bewahrt, die entschlossen ist, die Erinnerung wachzuhalten.

Die Organisator:innen des Projekts betonen zudem die Bedeutung von Bildung, um sicherzustellen, dass die Stimmen der Opfer auch in Zukunft gehört werden.

Quelle