05 June 2026, 14:47

Kirsten Bruhn: Vom Schwimmbecken zur Ikone des Behindertensports

Paralympische Meisterin Kirsten Bruhn wird Ehrenbürgerin

Kirsten Bruhn: Vom Schwimmbecken zur Ikone des Behindertensports

Kirsten Bruhn, eine schon früh entschlossene Athletin, wurde nach einem lebensverändernden Unfall zu einer der prägendsten Stimmen im Behindertensport. Ihre Karriere begann im Schwimmbecken – bereits mit drei Jahren. Später errang sie zahlreiche Medaillen bei den Paralympics. Doch ihr Einsatz ging weit über den Sport hinaus: Unermüdlich kämpfte sie für die Rechte und Anerkennung von Menschen mit Behinderungen.

Mit nur drei Jahren begann Bruhn auf Anraten ihres Vaters mit dem Wettkampfsport. Als jüngstes von fünf Geschwistern – und das kleinste – trainierte sie mit unerbittlichem Ehrgeiz. Schon als Teenager schwamm sie täglich sechs Stunden, nicht weil ihre Eltern sie drängten, sondern weil sie es selbst wollte.

Ein Motorradunfall im Jahr 1991 veränderte ihr Leben schlagartig – doch er stoppte sie nicht. Stattdessen wurde sie zu einer der lautstärksten Fürsprecherinnen des Behindertensports, forderte Sichtbarkeit und faire Behandlung. Ihre Familie, besonders ihr Vater, stand ihr in jeder Herausforderung zur Seite und unterstützte sowohl ihre sportliche Laufbahn als auch ihr Engagement.

Bei den Paralympischen Spielen holte Bruhn eine beeindruckende Medaillenbilanz: zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen. Abseits des Beckens arbeitete sie für eine Krankenkasse, wo sie weiterhin gegen diskriminierende Haltungen gegenüber Menschen mit Behinderungen kämpfte. Kollegen und Sportfunktionäre beschrieben sie oft als kompromisslos – ein Landesverbandschefs nannte sie einmal „nicht gerade nachgiebig“.

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Ihr Einfluss beschränkte sich nicht auf Medaillen und Aktivismus. Ein Film aus Schleswig-Holstein dokumentierte ihr Leben, darunter ein prägnanter Moment, in dem sie über ihren Kampf für Behindertenrechte sprach. Diese Würdigung führte dazu, dass sie als erst zweite Frau zur Ehrenbürgerin des Landes ernannt wurde.

Bruhns Vermächtnis umfasst Sport, Aktivismus und öffentliche Anerkennung. Ihr paralympischer Erfolg und ihr unerschütterliches Engagement veränderten den Blick auf Behinderung in Deutschland. Noch heute gilt sie als Symbol für Widerstandskraft und Fortschritt – geehrt für ihre Leistungen im und außerhalb des Wassers.

Quelle