Kulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse kurzfristig ab – Kritik an mangelnder Dialogbereitschaft
Elfriede WielochKulturminister Weimer sagt Leipziger Buchmesse kurzfristig ab – Kritik an mangelnder Dialogbereitschaft
Bundes Kulturminister Wolfram Weimer sagt geplante Teilnahme an der Leipziger Buchmesse ab
Bundes Kulturminister Wolfram Weimer hat seine geplante Reise zur Leipziger Buchmesse abgesagt. Der Entschluss folgte auf die Rücknahme einer Einladung durch einen ehemaligen Literaturprofessor, der Weimers Umgang mit öffentlicher Debatte kritisierte. Seine Absage kommt angesichts wachsender Kritik an seinem jüngsten Wirken im Kulturbereich.
Ursprünglich sollte Weimer die Messe am Donnerstag besuchen. Doch Alfonso de Toro, ehemaliger Leipziger Professor, widerrief die Einladung mit der Begründung, dem Minister fehle die Toleranz, die man in einer "so vielfältigen Stadt wie Leipzig" erwarten dürfe. Der Schritt unterstreicht die zunehmende Unzufriedenheit mit Weimers Führungsstil.
Sein Besuch hätte vermutlich Proteste ausgelöst. Aktuelle Entscheidungen – etwa die Auseinandersetzungen mit Berlinale-Leiterin Tricia Tuttle oder die Streichung linksgerichteter Buchhandlungen von der Longlist des Deutschen Buchpreises – haben für Aufsehen gesorgt. Kritiker werfen ihm vor, er entziehe sich der öffentlichen Diskussion und gehe abweichenden Meinungen aus dem Weg.
Astrid Böhmisch, Direktorin der Buchmesse, nannte die Absage "bedauerlich", blieb aber diplomatisch. Offiziell wurden Terminüberschneidungen als Grund angegeben; gleichzeitig verwies sie auf Weimers geplante Eröffnungsrede im Gewandhaus am Mittwochabend.
Beobachter sehen in Weimers Scheu vor Kritik Fragen nach seiner Eignung für das Amt aufgeworfen. Einige betonen, dass Politiker in kulturellen Positionen mit Widerspruch und offener Debatte umgehen müssen können.
Die Absage unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Weimers Ministerium und Kultureinrichtungen. Sein Fernbleiben lässt seine Eröffnungsrede als einzigen öffentlichen Auftritt während der Veranstaltung zurück. Der Vorfall spiegelt die grundsätzliche Debatte über Führung und Offenheit im deutschen Kulturbetrieb wider.






