Legendärer Simson-Schwalbe-KR51/1 kehrt im Originalglanz nach Dresden zurück
Hagen SieringLegendärer Simson-Schwalbe-KR51/1 kehrt im Originalglanz nach Dresden zurück
Ein seltenes Simson-Schwalbe-KR51/1-Modell aus dem Jahr 1978 wurde originalgetreu restauriert und in seinen Ursprungszustand versetzt. Das Projekt wurde von der AKF Fahrzeugteile GmbH umgesetzt, die den Roller 2013 erwarb. Das einstige Verkehrssymbol der DDR wird 2021 im Dresdner Verkehrsmuseum ausgestellt werden.
Die Marke Simson blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1856 erwarben die jüdischen Brüder Moses und Löb Simson in Suhl, Thüringen, eine Stahlschmiede. Ihre Vorfahren hatten im Handel gearbeitet, doch für preußische Juden war Grundbesitz bis zu ihrer Generation stark eingeschränkt. Unter den Enkeln Arthur und Julius entwickelte sich das Unternehmen bis in die frühen 1920er-Jahre zu einem bedeutenden Industriekonzern, der Waffen, Fahrräder, Autos und Flugmotoren herstellte.
Das später eingeführte Modell KR51/1 wurde zum Inbegriff der ostdeutschen Mobilität. Mit einem 3,4-PS-Zweitaktmotor, einem Dreiganggetriebe und einem markant dröhnenden Auspuff erreichte es eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Zur Farbauswahl gehörten Blau, Tundragrau und ein seltener Signalorange-Ton. Dieser Roller diente als zuverlässiges Arbeitsgerät für die Deutsche Post, die Volkspolizei der DDR sowie ländliche medizinische Dienste. Seine einfache Bauweise ermöglichte unkomplizierte Reparaturen – ein Grund für seine anhaltende Beliebtheit bei Hobbybastlern und Nostalgie-Fans. Die AKF-Restaurierung brachte den Roller wieder auf Werksstandard und bewahrte so seinen historischen Wert.
Der restaurierte Schwalbe KR51/1 wird dem Dresdner Verkehrsmuseum für eine Ausstellung 2021 als Leihgabe überlassen. Seine Rolle im DDR-Alltag und seine anhaltende Sammlerbegeisterung unterstreichen seinen kulturellen Stellenwert. Der Roller bleibt ein Zeugnis des Simson-Ingenieurserbes und der Epoche, die er prägte.






