29 April 2026, 04:59

Marathon-Theater erlebt überraschendes Comeback nach der Pandemie

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Marathon-Theater erlebt überraschendes Comeback nach der Pandemie

Lange, ausufernde Theaterproduktionen feiern ein Comeback im deutschsprachigen Raum

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Nach Jahren kürzerer, pausenloser Aufführungen während und nach der Pandemie strömen die Zuschauer nun wieder zu marathonslangen Stücken. Das diesjährige Berliner Theatertreffen, eines der renommiertesten Theaterfestival Deutschlands, hat den Trend erneut in den Fokus gerückt.

Das Festival, das vom 1. bis 17. Mai stattfand, präsentierte einige der längsten Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Darunter war die Inszenierung der Münchner Kammerspiele von "Wallenstein: Ein Festspiel des Krieges in sieben Gängen" – ein siebenstündiges Epos, das schnell ausverkauft war. Auch die Berliner Volksbühne bereitet sich darauf vor, "Peer Gynt" wiederaufzuführen, dessen erster Teil einst allein acht Stunden dauerte.

Ultra-langes Theater ist in der Region kein Novum. Regielegende Nora Hertlein-Hull erlebte 2007 beim Wiener Festwochen erstmals eine solche Produktion. Noch früher, bei den Salzburger Festspielen 1999, brachte Luk Perceval"Schlachten" auf die Bühne – eine zwölftündige Inszenierung. Kürzlich zeigte das Schauspielhaus Bochum 2023 "Die Brüder Karamasow" in einer siebenstündigen Fassung.

Obwohl der Deutsche Bühnenverein keine Statistiken zu Spieldauern führt, bleibt die Tradition des Marathon-Theaters lebendig. Die Pandemie lenkte den Fokus zeitweise auf kompaktere, pausenlose Stücke, doch das Publikum scheint nun wieder große Lust auf epische Erzählformen zu haben.

Die Tickets für das diesjährige Theatertreffen, darunter auch für den siebenstündigen "Wallenstein", waren rasant vergriffen. Der Erfolg des Festivals deutet auf eine erneute Begeisterung für anspruchsvolle, zeitintensive Inszenierungen hin. Mit der geplanten Wiederaufführung des langen "Peer Gynt" an der Volksbühne zeigt sich: Der Trend ist ungebrochen.

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