17 June 2026, 19:23

Metall- und Elektroindustrie in Deutschland kämpft mit Rekordrückgang und Jobverlusten

Industriekrise: Realit├Ąt schlimmer als Stimmung bei Produktion, Jobs, Insolvenzen, Auftragslage

Metall- und Elektroindustrie in Deutschland kämpft mit Rekordrückgang und Jobverlusten

Deutschlands Metall- und Elektroindustrie durchlebte im April einen weiteren schwierigen Monat. Die Produktion sank im Vergleich zu den drei Vormonaten um 2,0 % und im Vorjahresvergleich um 2,7 %. Die Branche kämpft weiterhin mit rückläufigen Aufträgen und Arbeitsplatzverlusten.

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Die Neugeschäfte brachen im April drastisch ein: Gegenüber März verzeichnete der Sektor einen Rückgang um 5,4 %. Dieser Einbruch fiel stärker aus als erwartet – unter anderem als Korrektur nach den Vorzieheffekten im März, die mit den Spannungen um den Iran zusammenhingen. Auch die gesamtindustriellen Aufträge in Deutschland gingen im April gegenüber März um 3,8 % zurück und lagen im Zeitraum Februar bis April 3,1 % niedriger.

Die Beschäftigung in der Branche leidet besonders stark. Im April schrumpfte die Zahl der Beschäftigten auf 3,746 Millionen, saisonbereinigt ein Verlust von 15.600 Arbeitsplätzen – der größte monatliche Rückgang seit Juli 2020. Seit 2019 sind in der Branche über 300.000 Stellen abgebaut worden. Die Kapazitätsauslastung liegt derzeit bei nur noch 79 %, deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 85 %.

Die aktuelle Produktion bleibt 15 % unter dem Niveau von 2018. Trotz staatlicher Maßnahmen zur Nachfragestimulierung durch schuldenfinanzierte Programme ist keine Erholung der Industrieaufträge in Sicht. Gleichzeitig stiegen die Unternehmensinsolvenzen im Mai 2025 auf 1.518 – ein Anstieg um 57 % im Vergleich zum Mai-Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

Von einer Besserung ist nichts zu spüren. Produktion, Aufträge und Beschäftigung gehen weiter zurück, während die Insolvenzen zunehmen. Die Produktion liegt deutlich unter früheren Werten, und die Kapazitätsauslastung bleibt gedrückt.

Quelle