Mitteldeutschland-Strecke droht zu scheitern – Finanzloch stoppt Bahn-Ausbau
Margot RudolphMitteldeutschland-Strecke droht zu scheitern – Finanzloch stoppt Bahn-Ausbau
Ausbaupläne für die Mitteldeutschland-Strecke scheitern an massiven Finanzierungsproblemen
Die Pläne zum Ausbau der wichtigen Eisenbahnverbindung durch Mitteldeutschland sind auf eine schwere Finanzierungshürde gestoßen. Die 517 Kilometer lange Strecke, die die Anbindung von Sachsen über Thüringen bis in den Westen Deutschlands verbessern soll, droht nun Verzögerungen, nachdem die Bundesregierung bestätigt hat, dass im Haushalt keine Mittel vorgesehen sind. Politiker in Thüringen fordern rasches Handeln, um die Zukunft des Projekts zu sichern.
Die Mitteldeutschland-Verbindung sollte eigentlich schnellere Zugverbindungen von Chemnitz und Dresden in die Rhein-Main-Region und das Ruhrgebiet ermöglichen. Eine vollständige Elektrifizierung der Strecke würde den Fernverkehr beschleunigen und die Reisezeiten quer durchs Land verkürzen.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen drängt auf zügige Fortschritte und bezeichnet die Strecke als eine der wichtigsten Bahnverbindungen des Landes. Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte die dringende Notwendigkeit, den Abschnitt Weimar–Jena–Gera–Gößnitz umgehend zu elektrifizieren. Zudem forderte er den teilweisen zweigleisigen Ausbau, um die Kapazitäten zu erhöhen.
Doch mit den Bauarbeiten wurde noch nicht einmal begonnen – für mehrere Schienenprojekte bis 2029 fehlen weiterhin rund zwei Milliarden Euro. Das Bundesverkehrsministerium räumte ein, dass derzeit keine Mittel für das Vorhaben bereitstehen. In der Folge wurde der geplante Baubeginn auf 2028 verschoben, und die vollständige Elektrifizierung könnte sich bis 2032 verzögern.
Alleiner der Abschnitt Weimar–Gera–Gößnitz schlägt mit geschätzten 544 Millionen Euro zu Buche. Trotz der Verzögerungen fordert die BSW-Fraktion weiterhin mehr Bundesinvestitionen, um die gesamte Strecke zwischen Thüringen und Sachsen auszubauen und zu elektrifizieren.
Ohne zusätzliche Finanzmittel bleibt der Ausbau der Mitteldeutschland-Verbindung jedoch mindestens bis 2028 blockiert. Die Verzögerungen bedeuten, dass schnellere Verbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland frühestens in den frühen 2030er-Jahren Realität werden. Politiker und Verkehrsverantwortliche stehen nun unter Druck, Lösungen zu finden, bevor das Projekt noch weiter zurückfällt.
