NDR ersetzt Julia Ruhs – und löst damit eine Medien-Debatte aus
Der NDR hat beschlossen, Julia Ruhs als alleinige Moderatorin des Reportageformats Klar zu ersetzen. Der Schritt folgt auf ihre öffentlich geäußerten politischen Ansichten und hat eine breite Debatte ausgelöst. Kritiker, darunter prominente Fernsehmoderatoren, stellen die Entscheidung des Senders infrage.
Ruhs hatte sich innerhalb von nur drei Jahren von einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin beim BR zur Moderatorin hochgearbeitet. Sie bezeichnete sich selbst als "konservativ-liberal" und erregte Aufmerksamkeit mit ihrem Buch Links-grüne Meinungsmacht. Die Spaltung unseres Landes, in dem sie eine von ihr wahrgenommene links-grüne Dominanz in Medien und gesellschaftliche Spaltung kritisierte. Das Buch wurde vor Juli 2025 auf einer CSU-Veranstaltung in Bad Tölz präsentiert, wo sie sich auch gegen Medienblasen und den traditionellen Printjournalismus aussprach.
Der NDR hatte zuvor alle drei von Ruhs eingereichten Folgen für den Sender abgesegnet. Dennoch entschied sich der Sender, sie in Klar durch Tanit Koch zu ersetzen, während Ruhs weiterhin für den BR moderieren wird. Die Entscheidung stieß auf scharfe Kritik, unter anderem von Oliver Welke, Moderator der ZDF-heute show, der argumentierte, der NDR hätte sie behalten sollen. "Wir müssen alle mehr aushalten können", erklärte er.
Ruhs selbst kommentierte die Situation über X und nannte den Beitrag der heute show über sie "Etwas gemein, aber sehr witzig". Gleichzeitig verteidigte der Komiker Bosetti den Schritt des NDR und wies Ruhs' Kritik als "Populismus und schlechten Journalismus" zurück.
Die Kontroverse verdeutlicht die Spannungen zwischen politischer Meinungsäußerung und der Rolle von Medienvertretern. Ruhs bleibt weiterhin beim BR aktiv, während die Entscheidung des NDR, Koch für Klar zu verpflichten, die Debatte weiter anheizt. Im Mittelpunkt steht nun die Frage, wo die Grenze zwischen persönlicher Haltung und professioneller Medienverantwortung zu ziehen ist.






