30 June 2026, 16:25

Pflegereform in der Krise: Branche fordert Stopp und grundlegende Überarbeitung

DAK drängt auf Verschiebung der Gesundheitsreform

Pflegereform in der Krise: Branche fordert Stopp und grundlegende Überarbeitung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat einen Gesetzentwurf zur Kontrolle der Ausgaben im Gesundheitswesen vorgelegt. Der Plan sieht Ausgabenobergrenzen und neue Einnahmequellen vor, um Beitragserhöhungen zu vermeiden. Unterdessen stößt die Pflegereform auf wachsenden Widerstand seitens der Branchenvertreter.

Die Pflegereform soll kommenden Montag im Kabinett beraten werden. Doch ihr Zeitplan gerät zunehmend in Zweifel, da die Kritik lauter wird. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, hat eine Verschiebung der geplanten Änderungen gefordert.

Storm warnte, die Reform werde die finanzielle Belastung auf die Kommunen abwälzen. Er argumentierte, Kürzungen bei der stationären Pflegefinanzierung zwängen die lokalen Behörden, die entstehenden Lücken zu schließen. Zudem schätze er, dass unter dem neuen System die Hälfte der Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen sein könnte.

Er verwies auch auf die Kosten für die Senkung der Beiträge von Angehörigen, die Pflegeleistungen erbringen. Laut seinen Berechnungen würde allein diese Maßnahme die Rentenversicherung jährlich mit 1,8 Milliarden Euro belasten. Storm drängte die Regierung, den Entwurf zurückzuziehen und ihn im Laufe des Sommers grundlegend zu überarbeiten – im Einklang mit der geplanten Rentenreform.

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Die Zukunft der Reform bleibt ungewiss, da wichtige Akteure auf Verzögerungen und Nachbesserungen drängen. Die Regierung muss Bedenken hinsichtlich der Finanzierungsumverteilung und der drohenden Sozialhilfeabhängigkeit ausräumen, bevor sie voranschreiten kann. Die anstehende Kabinettsberatung wird zeigen, ob die Vorschläge vorankommen oder grundlegende Änderungen erfahren.

Quelle