Pilotenstreik bei Lufthansa: 600 Flüge fallen aus – was Reisende jetzt wissen müssen
Hagen SieringStreik der Piloten: Warum wir Gewerkschaften brauchen - Pilotenstreik bei Lufthansa: 600 Flüge fallen aus – was Reisende jetzt wissen müssen
Streik bei Lufthansa: Piloten legen Arbeit nieder – Hundert Flüge betroffen
Bei der Lufthansa hat heute ein Pilotenstreik begonnen, der bis einschließlich morgen andauert. Die von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) organisierte Arbeitsniederlegung wird voraussichtlich rund 600 Flüge beeinträchtigen. Reisende müssen sich auf Verspätungen oder Ausfälle einstellen, wobei die Verbindungen in den Nahen Osten jedoch nicht betroffen sind.
Der Streik folgt gescheiterten Verhandlungen zwischen der VC und der Lufthansa-Führung. Für die Piloten von Lufthansa und Lufthansa Cargo fordert die Gewerkschaft ein verhandelbares Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge. Das aktuelle, kapitalmarktbasierte Modell erfülle nicht die garantierten Leistungen, die vor 2017 galten, so die Kritik. Bei Lufthansa Cityline pocht die VC zudem auf jährliche Lohnerhöhungen von 3,3 Prozent für die Jahre 2024 bis 2026.
Das jüngste Angebot der Lufthansa wurde wegen einer Klausel abgelehnt, die eine Friedenspflicht bis 2027 vorsieht. Die VC wirft dem Unternehmen vor, damit die Gewerkschaft jahrelang handlungsunfähig zu machen. Der Konflikt zeigt, wie Tarifverhandlungen die Arbeitsbedingungen weit über gewerkschaftlich organisierte Betriebe hinaus prägen – höhere Löhne in diesen Branchen zwingen oft auch nicht organisierte Arbeitgeber zu Anpassungen.
Doch die Gewerkschaften in Deutschland stehen vor gemischten Herausforderungen. Die IG Metall, die größte Gewerkschaft des Landes, verfügt zwar in Konzernen wie Volkswagen über starken Einfluss – in einigen Werken vertritt sie bis zu 90 Prozent der Belegschaft. Doch selbst dort gewinnen rechtsextreme Gruppen in Betriebsratswahlen an Boden. Bei Tesla hingegen hat die IG Metall mit den aggressiven Methoden Elon Musks zu kämpfen, der gezielt gegen Gewerkschaftsaktivitäten vorgeht.
Die Folgen von Streiks reichen weit über die unmittelbaren Beeinträchtigungen hinaus. So hängen etwa die jährlichen Rentenerhöhungen direkt vom Lohnwachstum ab – Gewerkschaftserfolge kommen damit auch Rentnern zugute. Aktuell sind jedoch vor allem Reisende betroffen, die wichtige Termine verpassen oder mit Verspätungen bei Urlaubsplänen rechnen müssen.
Der zweitägige Ausstand wird die Lufthansa auf die Probe stellen: Mit 600 gefährdeten Flügen muss die Airline nun sowohl die Frustration der Passagiere als auch die Forderungen der Gewerkschaft bewältigen. Das Ergebnis könnte wegweisend für künftige Tarifverhandlungen in der gesamten Branche sein.






