ProSiebenSat.1 holt mit KI verstorbene Stars wie Amy Winehouse zurück auf die Bühne
Hans D. FinkeProSiebenSat.1 holt mit KI verstorbene Stars wie Amy Winehouse zurück auf die Bühne
ProSiebenSat.1 startet gewagtes neues Unterhaltungsshow-Format mit KI: Verstorbene Musiklegenden kehren auf die Bühne zurück
Mit Staying Alive – Stars singen mit Legenden bringt der Medienkonzern ein innovatives Showkonzept auf den Bildschirm, das mithilfe künstlicher Intelligenz verstorbene Musikikonen wie Amy Winehouse und Freddie Mercury virtuell wieder auferstehen lässt. Deutsche Künstler treten dabei gemeinsam mit digitalen Rekonstruktionen der Stars auf. Der Sender hofft, mit dem ungewöhnlichen Format seine Quoten und die finanzielle Lage zu verbessern – nach massiven Stellenstreichungen im Jahr 2022.
Die von Endemol Shine für ProSieben produzierte Show feiert am 25. April 2023 Premiere, eine Woche später folgt die zweite Folge. Den Auftakt bestreitet Popstar Sasha, der im Segment Fiebertraum ein Duett mit einer KI-generierten Version von Amy Winehouse präsentiert. Weitere Highlights sind Auftritte von Elvis Presley mit No Angels, Whitney Houston mit Álvaro Soler sowie Freddie Mercury mit Samu Haber.
Mithilfe fortschrittlicher KI-Technologie werden nicht nur die Stimmen der verstorbenen Künstler nachgeahmt, sondern auch ihre Gesichter so realistisch animiert, dass lebensechte Auftritte entstehen. Doch das Konzept wirft bereits ethische Fragen auf: Darf man Verstorbene mit KI für Unterhaltungszwecke "wiederbeleben"?
Für ProSiebenSat.1 ist die Show ein zentraler Baustein, um Zuschauer zurückzugewinnen und das Geschäft zu stabilisieren. 2022 hatte das Unternehmen drastische Sparmaßnahmen verkündet, darunter über 400 Entlassungen, um gegen sinkende Quoten und finanzielle Belastungen anzukämpfen.
Die zweiteilige Serie steht für den neuesten Versuch des Senders, sein Programm neu zu erfinden und die Zukunft zu sichern. Durch die Verbindung von KI mit Live-Auftritten will ProSiebenSat.1 das Publikum begeistern – und gleichzeitig die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen meistern. Ob das Format Schule macht, könnte davon abhängen, wie erfolgreich die Show bei den Zuschauern ankommt. Gelingt der Coup, könnten KI-gestützte Unterhaltungsformate künftig fester Bestandteil des deutschen Fernsehens werden.






