Riester-Rente wird durch schwedisches Altersvorsorge-Modell ersetzt
Hans D. FinkeRiester-Rente wird durch schwedisches Altersvorsorge-Modell ersetzt
Deutschland wird sein umstrittenes Riester-Rentensystem durch ein neues, kostengünstiges Altersvorsorgeprodukt ersetzen. Der Schritt folgt auf jahrelange Kritik an hohen Gebühren und schlechten Renditen im bestehenden System. Ein Modell nach schwedischem Vorbild, das für starke Performance und Erschwinglichkeit bekannt ist, soll künftig die betriebliche Altersvorsorge im Land prägen.
Die Riester-Rente stand seit Langem in der Kritik, weil sie hohe Kosten verursacht und nur magere Nettorenditen abwirft. Jährliche Gebühren von etwa 1,5 Prozent könnten über 40 Jahre hinweg die Hälfte der Erträge eines Sparers auffressen – selbst bei einer Bruttorendite von 5 Prozent. Viele Verbraucher kündigten ihre Verträge vorzeitig, was die Forderungen nach einer Reform laut werden ließ.
Seit mehr als einem Jahrzehnt setzte sich der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) für eine staatlich geförderte Alternative ein. Als Vorbild diente der schwedische AP7-Fonds, der zwischen 2008 und 2024 trotz Markteinbrüchen eine durchschnittliche Jahresrendite von 11,5 Prozent erzielte. Die niedrigen Gebühren im schwedischen System ermöglichten eine breitere Teilhabe und bessere Ergebnisse für die Sparer.
Die Bundesregierung hatte zunächst vorgeschlagen, Anbietern zu erlauben, eigene Standardprodukte auf Provisionsbasis anzubieten. Doch die finale Einigung lenkte den Fokus um: Ein zentrales Standardprodukt wird künftig neben privaten Angeboten stehen. Dieses neue Modell soll bezahlbar, transparent und leistungsstark sein. Gleichzeitig dient es als Vergleichsmaßstab, der es Sparern erleichtert, Alternativen zu bewerten.
Ramona Pop, Vorstandsvorsitzende des vzbv, nannte die Vereinbarung einen "Meilenstein" für Verbraucher. Der nächste Schritt bestehe nun darin, das neue Produkt einfach und für alle Sparer zugänglich zu gestalten.
Die Riester-Rente wird schrittweise zugunsten eines Systems abgeschafft, das sich am schwedischen Erfolg orientiert. Das zentrale Standardprodukt verspricht niedrigere Kosten, höhere Renditen und klarere Wahlmöglichkeiten für die Altersvorsorge. Nun werden Regierung und Verbraucherschützer die Details vor der Umsetzung finalisieren.






