Sabotagewelle im deutschen Bahnnetz: Wer steckt hinter den Angriffen auf die Infrastruktur?
Hans D. FinkeSabotagewelle im deutschen Bahnnetz: Wer steckt hinter den Angriffen auf die Infrastruktur?
Deutschlands Bahnnetz verzeichnet seit 2022 einen deutlichen Anstieg mutmaßlicher Sabotageakte. Die Vorfälle haben den Zugverkehr massiv beeinträchtigt und Sorgen um die Sicherheit im Transportsektor geschürt. Nach Angaben der Behörden hat sich die Zahl vorsätzlicher Angriffe auf die Infrastruktur im Jahr 2025 deutlich erhöht.
Der erste schwere Vorfall 2025 ereignete sich am 12. Januar. Ein Güterzug entgleiste zwischen Essen und Oberhausen, nachdem ein Metallbügel auf den Schienen platziert worden war. Dadurch sprang die führende Achse der Lokomotive aus den Schienen.
Nur wenige Wochen später legte ein Brand in einem Berliner Kabelkanal den Regionalverkehr lahm. Linksextremisten bekannten sich zu dem Anschlag. Bis Ende Juli führten zwei Kabelbrände auf der Strecke Duisburg–Düsseldorf zu Sperrungen – auch hier wird Sabotage vermutet.
Im August durchtrennten Unbekannte Steuerkabel in der Nähe des Bahnhofs Coburg, wodurch Weichen und Signale außer Funktion gesetzt wurden. Kurze Zeit später sollte ein US-Militärkonvoi dieselbe Strecke passieren. Im September kappten Angreifer mehrere Kabel bei Leverkusen und legten damit ein Stellwerk lahm.
Offizielle Zahlen unterstreichen das Ausmaß der Bedrohung: Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte 2025 insgesamt 93 Straftaten als gezielte Sabotage. Zudem ordnete es zwölf Fälle als „Agententätigkeit mit Sabotageabsicht“ ein – eine neu eingeführte Kategorie in der Kriminalstatistik.
Die wiederholten Angriffe haben zu erheblichen Betriebsstörungen geführt. Die Ermittlungen der Behörden laufen noch. Der Anstieg der Sabotagefälle markiert eine besorgniserregende Entwicklung für die Sicherheit des deutschen Verkehrsnetzes.
